Bäume haben es im Hirschgarten schwer

Den vielen Besuchern des Hirschgartens ist nicht verborgen geblieben, dass es den Bäumen im Hirschgarten und besonders denen auf dem Spielplatz nicht gut geht. Die Lebensbedingungen sind dort für Bäume einfach nicht optimal, die Bäume brauchen mehr Hilfe.

Viele Erfurter wissen noch, dass bis nach der Wende an dieser Stelle das sogenannte „Schiffshebewerk“ stand. Dieses wurde 1996 abgerissen und hinterließ eine mehr als 8 Meter tiefe Baugrube. Diese wurde in der Folge aufgefüllt und notwendigerweise auch verdichtet.

Zwischenzeitlich gab es eine lebhafte Debatte zur künftigen Nutzung der Fläche, wobei sich die Erfurter letztlich für eine Grünfläche mit Spielmöglichkeiten auf der Fläche des ehemaligen „Schiffshebewerks“ entschieden haben. Mittlerweile gibt es die unter den Erfurtern und deren Gästen sehr beliebte und stark genutzte Grünfläche seit 8 Jahren und sie ist inzwischen fester Bestandteil unserer attraktiven Innenstadt geworden.

Allerdings haben die besonderen kleinklimatischen Bedingungen vor Ort und die intensive Nutzung des Hirschgartens nicht nur an den dortigen Spielgeräten und Bänken Spuren hinterlassen, sondern leider auch an den Ahornen und Tulpenbäumen.

Das Garten- und Friedhofsamt konstatiert besonders in den letzten Jahren kaum noch Zuwachs bei den Bäumen und trotz Zusatzbewässerung zunehmende Trockenschäden und als Folge Pilzbefall. Zwei Ahorne mussten deshalb bereits im letzten Herbst und zwei weitere müssen noch im diesem Frühjahr gefällt werden.

Die neuerliche Prüfung der Wuchsbedingungen durch die Mitarbeiter des Garten- und Friedhofsamtes ergab, dass die Platzfläche um die Bäume herum so dicht ist, dass kaum Wasser und noch weniger Luft in den Wurzelraum der Bäume gelangt. Es wird daher in den nächsten Wochen durch Bohrungen im Randbereich der Ballen der Bäume und nachfolgende Einbringung von grobem Blähtonmaterial versucht, den Lufthaushalt im Wurzelraum zu verbessern. Weiterhin wird die sehr verdichtete oberste Schicht im Bereich der Baumscheiben abgetragen. Dadurch kann dann Regen- und Gießwasser einfacher zu den Wurzeln gelangen. Letztlich erhalten die Bäume eine wachstumsstimulierende Flüssigdüngung und es wird trockenes Holz aus den Baumkronen entfernt.

Natürlich stehen die Bäume auch weiterhin im besonderen Fokus der Mitarbeiter des Garten- und Friedhofsamtes, um ihnen an diesem hervorgehobenen Ort der Landeshauptstadt eine gute Entwicklung in der Zukunft zu ermöglichen. Im nächsten Jahr sollen dann auch die gefällten Bäume durch Neupflanzungen wieder ersetzt werden.