Deutsche Kommunisten – verfolgt in der Sowjetunion

Am 27. Juni spricht der Historiker Dr. Wladislaw Hedeler um 19 Uhr im Erinnerungsort Topf & Söhne über die Verfolgung deutscher Kommunisten in der Sowjetunion ab 1936. In den Jahren zuvor waren hunderte Deutsche in die Sowjetunion emigriert, darunter viele Kommunisten. Erst vertrieb sie die Arbeitslosigkeit in der Wirtschaftskrise, dann flüchteten sie nach der Machtübernahme vor dem Nationalsozialismus. Zunächst als Arbeitskräfte willkommen, wurden deutsche Emigranten ab 1936 zu einer Zielscheibe des stalinistischen Terrors. Mit der Repressionswelle der „Deutschen Operation“ stellte sie der stalinistische Apparat unter den Generalverdacht, Agenten der Gestapo zu sein. 1938 waren 70 Prozent der in der Sowjetunion lebenden KPD-Mitglieder verhaftet. Die KPD-Führung in Moskau um Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht und Herbert Wehner rechtfertigte die Repressalien gegen ihre Genossen.

Wladislaw Hedeler ist Historiker und Sohn des deutschen Kommunisten Walter Hedeler, der von 1943 bis 1955 in Tomsk verbannt war. 1955 zog er mit seinen Eltern in die DDR um. Hedeler hat vor allem zur Geschichte der Sowjetunion gearbeitet und ist ein international bekannter Kommunismusforscher.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen und der Universität Erfurt, Historisches Seminar, statt. Der Besuch ist kostenfrei.