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Alt 03.10.2009, 00:58   #45 (permalink)
Robi_san
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Cool SPD-Basis strikes back I

In einem Forum einer thüringer Zeitung gefunden:

Die folgend zu lesende Pressemitteilung wurde heute als offener Leserbrief hier an diese Zeitung gesendet, mit der Hoffnung auf Veröffentlichung!

Zitat:
Koalitionsentscheidung der SPD Thüringen

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Ereignisse bzw. die Entscheidung von letzter Nacht, Koalitionsverhandlungen nun doch mit der CDU aufzunehmen, die darauffolgenden Meldungen in den Medien „SPD Thüringen hat entschieden….“, und die darauffolgenden Diskussionen innerhalb dieser Partei, zwingen mich, hier als einer von sehr, sehr vielen Vertretern der Thüringer SPD persönlich dazu Stellung zu nehmen. Diese Koalitionsaussage gegen Rot-Rot-Grün zugunsten des Machterhalts der CDU hat nicht die Thüringer SPD entschieden, sondern der Landesvorsitzende und dessen Landesvorstand! Wie auch in ihrer Presse schon angedeutet, wurde von Herrn Matschie persönlich im Grunde schon längst eine Koalitionsaussage zugunsten der CDU präferiert und auch einiges dafür getan, völlig egal was die Mehrheit in der eigenen Partei bzw. ganz besonders auch das Wahlergebnis aussagt. Wie in ihrer Presse ebenfalls schon berichtet, gab es eine Telefonkonferenz mit allen Thüringer SPD Kreisvorsitzenden, wo grundsätzlich alle Kreisvorsitzenden, bis auf nur einen, ausschließlich für Rot-Rot-Grün votierten! Der SPD Landesvorstand hat gestern Abend anders entschieden, wobei man dazu bemerken muss, dass im Grunde diese Entscheidung schon vorher ziemlich klar war, da in der jüngeren Vergangenheit grundsätzlich alle gegenüber dem Landesvorsitzenden kritischen Mitglieder systematisch dort aussortiert wurden. Unter diesem Aspekt ist es dann sogar noch als bemerkenswert anzusehen, dass dann tatsächlich noch 6 Vorstandmitglieder trotzdem dagegen gestimmt hatten. Die SPD Thüringen ist in den letzten Landtagswahlkampf gezogen mit dem Slogan“ WECHSEL WÄHLEN“. Der Souverän votierte auch deutlich mehrheitlich für diesen Wechsel und gab der SPD dafür seine Stimme! Dieser sogenannte Wechsel, so wie ihn Teile der SPD scheinbar nun interpretieren wollen und jetzt beabsichtigen einzuleiten, beruht in der Praxis also nur darauf, dass in der CDU nur ein einziger Kopf als Bauernopfer ausgetauscht wurde und ansonsten immer schön ein weiter so mit dem etablierten Establishment!
Am Morgen nach Bekanntgabe der Koalitionsentscheidung ist mein E-Mail Postfach förmlich übergelaufen und das Telefon stand auch nicht mehr still. Grundsätzlich der Tenor der Bevölkerung mit denen ich kommuniziert hatte: “VERRAT! NIE WIEDER DIESE SPD WÄHLEN!“
Für mich persönlich sind diese Reaktionen auch völlig verständlich und absolut nachvollziehbar!
Das die Koalitionsentscheidung dieses dem Vorsitzenden mehrheitlich ergebenen Landesvorstandes zugunsten der CDU auch massive Auswirkungen auf die Bundespolitik hat, da dadurch die Bildung einer linken Mehrheit im Bundesrat noch mehr erschwert wird zur Verhinderung des kommenden Schwarz-Gelben Sozialkahlschlages, scheint man auch billigend in Kauf genommen zu haben!
Ich kann nur hoffen, im Sinne dieser Partei hier in Thüringen und Deutschland, dass man endlich wieder zur Besinnung kommt und erkennt für welche Politik diese Partei einmal stand! Ein „weiter so Genossen“ wird diese Partei früher oder später an den Rand der Bedeutungslosigkeit drängen, da auf der einen Seite die konservativen Politikfelder schon erfolgreich von Schwarz/ Gelb besetzt sind, und linke soziale Politik für die Menschen, zumindest in den Augen der allgemeinen Öffentlichkeit, momentan von anderen Parteien geleistet wird.
Ein „weiter so Genossen“, gerade auch in dieser nun wahrscheinlich kommenden großen Koalition hier in Thüringen, wird die SPD aus den oben genannten Gründen nun noch mehr bedrängen, und die Gefahr eines völligen Absturzes in die absolute Bedeutungslosigkeit bei kommenden Wahlen noch weiter schüren!
Das zeigen die aktuellen Beispiele in Sachsen und das katastrophale Wahlergebnis bei der letzten Bundestagswahl!
Ganz spontan hatte ich gestern Nacht, als mir diese Landesvorstandsentscheidung publik gemacht wurde, beschlossen, meinen Posten zur Verfügung zu stellen und dieser Partei nun ebenfalls sofort den Rücken zu kehren! Allerdings hatte ich mich von vielen Genossen argumentativ davon überzeugen lassen, diesen Schritt definitiv jetzt nicht zu tun, da in der Konsequenz dessen dann irgendwann nur noch Leute in dieser Partei übrig bleiben, die diese momentane Art von Politik befürworten. Diesen Denkanstoß möchte ich deshalb jetzt auch weiterreichen an all diese vielen Genossen, die diesen Schritt jetzt möglicherweise auch erwägen!
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Demokratien werden weder von extremistischen Parteien noch von Terroristen zu Fall gebracht, sondern durch das Versagen ihres gewählten Führungspersonals
Karl Georg Zinn


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