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| | #1 (permalink) |
| Forum-Guru Registriert seit: 18.01.2006 Ort: Am Rande
Beiträge: 1.582
| Ich finde mein altes Thema zum Thema nicht weil ich die Überschrift vergessen habe, deshalb nun ein neues. In der vergangenen Woche erfolgte ein für mich unerwarteter Vorstoß der Delegierten des CDU Parteitages, Deutsch als Sprache im Grundgesetz zu verankern. Die Mehrheit der Delegierten stimmte dem entsprechenden Antrag des Landesverbandes Saar zu. Das ist meiner Meinung nach die richtige Richtung. Ich hoffe, dass die Änderung des Grundgesetzes zeitnah und ohne Hickhack erfolgen wird, denn dann geht es den Anglizismen, zumindest in den Amtsstuben, an den Kragen. Es wird ein paar Milliönchen kosten den Kauderwelsch aus den Papieren zu radieren, tut unserer Kultur aber gut. Es soll ein Zusatz in Artikel 22 erfolgen: "Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch". Das ist die Formulierung, die vorgeschlagen wurde.
__________________ Lewwer ERFURTSCH als ANGELSÄCHS'CH! Das sagt und MEINT der hockschter aus der Nr. 43, dort, wo das Waidmuseum steht! |
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| | #2 (permalink) |
| Forum-Legende Registriert seit: 21.05.2006 Ort: Puffbohnau
Beiträge: 8.607
| Was die Politik anrühret, ist Quatschpudding mit Vanillesoße. Sprache ist immer ein Resultat der Umgebung und Bildung. Assimilation oder bewusste Sprachkultur. Stellt Euch vor, Ihr verbringt Eure Studentenzeit an der Universität und sprecht ein Hoch-Deutsch, dass sich dem Handwerksmeister und seinem Lehrling die Fussnägel an der Bratwursttheke rollen und Eure Deutsch-Lehrerin Freudetränen vergießt! Oder ein Pendler-dann-hingezogen-Vorfall: Gebürtiger Sachse arbeitet in Bayern, schlägt dort Wurzeln und redet Jahre später einen sächsisch-bayrischen Dialekt daher. Und seine Nachbarn können nicht mehr vor Lachen! Bis sie sich daran gewöhnt haben. Ein Vogtländer zieht nach Nürnberg. Jahre später ist er nicht zu unterscheiden vom gebürtigen Nürnberger! Das Hauptargument ist der Toleranzgedanke DER Demokratie: Du STAAT sollst mir nicht vorschreiben, wie ich zu reden habe! Amtssprache ist Deutsch. Ganz klar definiert. An Schulen und Hochschulen kann die Vorlesungssprache Englisch, Türkisch, Russisch, Japanisch etc. sein. In der Wirtschaft und auf Konferenzen ist es Englisch/Esperanto. Was überhaupt nicht passt, ist das Worte-statt-Taten-Prinzip: Hier wird mit Populismus versucht, Wählerstimmen zu fangen. Ein Realitätsverlust, der sich durch alle ParteiGrossKopfGremien zieht. Besser ist es doch, den Kinderchens im Grundschulalter die Freude des in-Deutsch-Lesens zu vermittlen, ihnen Bücher der deutschen Literatur kostenlos zur Ausleihe zu geben. Das kostet aber Geld und Mühe! Besser Sprücheklopfen wie immer vor einer Wahl. ps. Deutsch steht unter massivem Druck der globalen Sprachkonkurrenz. Hier müssen die Stärken der deutschen Sprache ausgespielt werden. Ideen?
__________________ Demokratien werden weder von extremistischen Parteien noch von Terroristen zu Fall gebracht, sondern durch das Versagen ihres gewählten Führungspersonals Karl Georg Zinn Es wird niemals funktionieren, Menschenrechte durchzusetzen, indem man anfängt, Menschenrechte zu brechen. Johan Galtung Computerwalzer |
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| | #3 (permalink) |
| Forum-Guru Registriert seit: 18.01.2006 Ort: Am Rande
Beiträge: 1.582
| Ein guter Anfang mit Vorbildwirkung ist aber, dass Denglisch aus den Amtsstuben verbannt wird. Das, was du ansprichst, Robi_san, sind Dialekte, die zwar gesprochen aber nicht geschrieben werden. Ob Sachse, Bayer oder Fischkopp, es wird HOCHDEUTSCH geschrieben. Ob der Vorstoß der CDU als populistisch zu bezeichnen ist halte ich für fragwürdig. Der Mehrheit der Deutschen dürfte ihre Sprache sch...egal sein, sonst würde sie nicht so verhunzt werden. Wenn es den Eintrag ins Grundgesetz vor einem Jahr schon gegeben hätte, wäre die Benennung der "Hall of Fame" in Berlin vielleicht anders gelaufen.
__________________ Lewwer ERFURTSCH als ANGELSÄCHS'CH! Das sagt und MEINT der hockschter aus der Nr. 43, dort, wo das Waidmuseum steht! Geändert von hockschter (09.12.2008 um 12:32 Uhr) |
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| | #4 (permalink) | |
| Forum-Bewohner Registriert seit: 13.04.2008 Ort: Erfurt auf dem Wiehü
Beiträge: 3.603
| Zitat:
Sowas können sich nur Leute ausdenken, die nur nachquatschen ohne zu denken. Wer bezeichenet schon freiwillig seinen Laden als "Arschwerkstatt" ?:laughing7::laughing7:
__________________ Es wurde alles schon fotografiert. Nur noch nicht von mir ! | |
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| | #5 (permalink) |
| Forum-Bewohner Registriert seit: 13.03.2007 Ort: Mittelbohne
Beiträge: 4.460
| Stimme dem Herrn Hockschter zu. Es hat sich seit Jahren in unserem Lande eine Unkultur breit gemacht, die mit sogenanntem Nationalbewußtsein nichts mehr zu tun hat. Unser Land ist voller Amerikanismen, wie es wohl einmalig ist. Und dem ist es nur richtig, gegen zu treten. Dialekte sind natürlich nicht ausrottbar, (obwohl man es sich bei manchen wünscht |
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| | #6 (permalink) |
| Administrator Forum-Inventar | wenn es mal nur das wäre, ginge es wohl noch. Unser land ist voll von englisch klingenden phantasiebegriffen, bei denen uns engländer und amerikaner auslachen, wenn die diese lesen.
__________________ Wer einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten! |
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| | #7 (permalink) |
| Cheffe Forum-Inventar | handy, z.B.
__________________ www.puffbohne.de - erfurts beste seiten | www.erfurt-web.de - die erfurt-enzyklopädie | www.erfurt-foto.de - erfurter fotografen stellen aus "Ich habe Journalisten nie gemocht. Ich habe sie alle in meinen Büchern sterbenlassen" Agatha Christie |
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| | #8 (permalink) |
| Forum-Legende Registriert seit: 21.05.2006 Ort: Puffbohnau
Beiträge: 8.607
| Auch andere europäischen Länder kämpfen mit den Anglismen: Eingeführt über Vermarktungsmaßnahmen (wollte an dieser Stelle jetzt Marketing-Kampagnen schreiben!) und Kultureinflüsse, sind zunehmend auch die Medien wie Fernsehen und Radio als Sprachverschluderer verantwortlich. Die Zeitungen verwenden zum Glück noch fast alle den Goetheartigen Satzbaukasten. Wie wäre es mit einer Sprachpolizei? Und Strafen für schluderhaften Sprachgebrauch? :006::laughing1::laughing7:
__________________ Demokratien werden weder von extremistischen Parteien noch von Terroristen zu Fall gebracht, sondern durch das Versagen ihres gewählten Führungspersonals Karl Georg Zinn Es wird niemals funktionieren, Menschenrechte durchzusetzen, indem man anfängt, Menschenrechte zu brechen. Johan Galtung Computerwalzer |
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| | #9 (permalink) |
| Forum-Stammgast Registriert seit: 26.11.2004 Ort: Bonn
Beiträge: 310
| Naja ich seh das jetzt nicht ganz so eng. Ärgern tuts mich zwar auch oft wenn man zwanghaft englische Begriffe da verwenden muß wo es auch deutsche gibt. Beispielsweise regen mich Sportkommentatoren auf die immer Teamspirit in den Mund nehmen müssen, da rollen sich mir sämtliche Fußnägel nach oben. Dennoch weiß ich nicht ob man das unbedingt gesetzlich regeln muss und dann ist halt auch die Frage ob man das so einfach kann. Aber mich nerven auch durchaus deutsche Vokabeln die immer und ständig verwendet werden, so z.B. der inflationär gebrauchte Begriff der Nachhaltigkeit. Alles oder vieles ist in letzter Zeit nachhaltig. |
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| | #10 (permalink) |
| Forum-Guru Registriert seit: 18.01.2006 Ort: Am Rande
Beiträge: 1.582
| Ja, deutsche Wörter, die unsinnig gebraucht werden oder extra erdachte Wortgebilde, die etwas ganz anderes ausdrücken, werden zu Unworten. Siehe hier. Ich finde es jedoch schlimm, wenn ich in Erfurt über die Schlösserbrücke gehe, vorbei an den dortigen Weihnachtsbuden schlendere und dann Glühwein TO GO! lesen muss. Ich werde nächstens mal hingehen und fragen aus welchem Weinanbaugebiet um Togo der Rebensaft stammt. Was blöderes gibt's doch nicht, um mitzuteilen, dass der Glühwein zum Mitnehmen ist! Aber dieser Hinweis alleine ist schon dumm: Wer rennt schon mit heißem Glühwein in der Hand zum Anger oder zum Fischmarkt? Selbst wenn, kann mit dem Becher doch jeder machen was er will: Mitnehmen, wegschmeißen, daraus trinken, ... und braucht dafür nicht extra einen Hinweis.
__________________ Lewwer ERFURTSCH als ANGELSÄCHS'CH! Das sagt und MEINT der hockschter aus der Nr. 43, dort, wo das Waidmuseum steht! |
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