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| Forum-König | Als ich das erste Mal dieses dünne rote Büchlein in die Hand nahm, war ich überrascht, dass das Bild auf der Vorderseite tatsächlich die Queen ist und konnte sie sogar nicht mit dem Titel in Verbindung bringen: Die souveräne Leserin von Alan Bennett. „Eine Liebeserklärung an die Queen und an die Literatur – wer hätte gedacht, dass das zusammenpasst? „Bennett führt so clever wie charmant vor, was Literatur mit einem anstellen kann.“ (NZV) Mehr gibt das Büchlein auf den ersten Blick nicht preis. Für mich ist die Queen die personifizierte Disziplin, ich habe großen Respekt vor ihr, aber ein Buch von ihr lesen? – ich legte das Büchlein wieder auf den Stapel im Bücherladen – bis meine Tochter es mir zum Lesen gab. Zur Story: Nachdem ein Bediensteter, wie üblich den versnobten Hunden der Queen die Tür öffnete liefen sie laut bellend in eine andre Richtung wie sonst üblich. Die Queen fand sie vor dem Bücherbus der Bezirksbibliothek der City of Westminster, den Fahrer sowie einen augenscheinlichen Leser anbellend. Es beginnt ein Gespräch zwischen den Dreien und somit die erfrischende und amüsierende Geschichte des Buches. Wie sich herausstellt heißt der Leser Norman und arbeitet in der Küche der Queen – er ist rothaarig, nicht wirklich hübsch und später erfahren wir zum Entsetzen der königlichen Berater auch noch schwul – er wird der Amanuensis der Queen Zum Buch : Es liest sich leicht ist sehr einfühlsam und ist humorvoll geschrieben, die Queen bleibt die Queen und somit bleibt auch die respektvolle Distanz zwischen Ihr, dem Autor und dem Leser bestehen. Zitat: „Aber Informieren ist nicht gleich Lesen, sagte die Queen. Es ist im Grunde sogar der Gegenpol des Lesens. Information ist kurz, bündig und sachlich. Lesen ist ungeordnet, diskursiv und eine ständige Einladung. Information schließt ein Thema ab, Lesen eröffnet es. „Ob ich die Aufmerksamkeit Ihrer Majestät wieder auf den Besuch der Schuhfabrik lenken darf.“ „Nächstes Mal“, beschied die Queen knapp. „Wo habe ich wohl mein Buch hingelegt?“ …. Gespräch zwischen den königlichen Beratern ….“Ihre Chefin(die Queen) macht meinem Chef das Leben schwer, sie gibt ihm Bücher zu lesen. Das geht gar nicht.“. Fazit: Das Lesen dieser Lektüre ist wie ein lustiger Nachmittag mit der besten Freundin in einem Eiskaffee – genussvoll, amüsant und leicht und doch niveauvoll. Elke Schmitter vom „Spiegel“ trifft es am besten : „““Alan Bennett erzählt so ingrimmig witzig, so entspannt bis ins Skurrile hinein und zugleich so zurückhaltend albern, dass man fast alle Töne des Amüsement während der bedauerlich kurzen Lektüre erlebt.““ Der Schluss ist so unerwartet, fühlt sich an würde der „Eislöffel“ klirrend auf den Boden fallen – den man aber lachend und kichernd wieder aufhebt. Ein geniales, humorvolles Buch über die Literatur schlechthin und eine liebevolle, augenzwinkernde Betrachtung der Queen und Ihres disziplinierten Lebens. Alan_Bennett
__________________ Die klimatischen Bedingungen in der Hölle sind sicher sehr ungeeignet, die Gesellschaft dort aber wäre von Interesse. (Oscar Wilde) Geändert von Laoghaire (19.06.2010 um 16:36 Uhr) |
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| alan bennett, büchervorstellung, die souveräne leserin, literatur, queen |
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