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| Forum-Tester | ![]() Kurzbeschreibung: Eine Tonbandaufzeichnung, die in abrupter Stille endet – unerträglicher Stille. Mehr ist Jan Forstner von seinem kleinen Bruder nicht geblieben. Vor dreiundzwanzig Jahren ist Sven spurlos verschwunden. In derselben Nacht verunglückte auch sein Vater unter rätselhaften Umständen. Beide Fälle konnten nie aufgeklärt werden. Als Jan gezwungen ist, an den Ort seiner Kindheit zurückzukehren, holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Der Psychiater Jan Forstner leidet seit dreiundzwanzig Jahren unter dem mysteriösen Verschwinden seines damals sechsjährigen Bruders Sven. Nur ein Diktiergerät, das die beiden Jungen in jener Nacht bei sich hatten, ist Jan geblieben. Darauf ist Svens Stimme zu hören, die in abrupter Stille endet. Seither kann Jan keine Stille mehr ertragen und wird von Alpträumen geplagt. Ein weiteres Rätsel gibt der Unfall von Jans Vater auf, der in derselben Nacht verunglückte, nachdem er wegen eines Anrufs mit unbekanntem Ziel aufgebrochen war. Nach einer schweren Krise erhält Jan die Chance für einen beruflichen Neuanfang in der Klinik seines ehemaligen Heimatortes. Dort wird Jan mit einem mysteriösen Selbstmordfall konfrontiert. Gemeinsam mit der Journalistin Carla Weller kommt er einem Geheimnis auf die Spur, das sich seit vielen Jahren hinter den Klinikmauern verbirgt. Ein Geheimnis, das Jan zurück in seine Vergangenheit und auf die Spur des Täters führt. Meinung: Ich habe bereits das Erstlingswerk des Autors gelesen, und muss sagen, Kalte Stille" steht diesem in nichts nach. Erneut besucht der Leser die psychiatrische Waldklinik, mit ihren einprägsamen, realistisch skizzierten Angestellten und Patienten. Der junge Psychiater Jan Forstner steht im Mittelpunkt des Geschehens. Der Rezipient taucht mit ihm ein in sein von der Vergangenheit stark geprägtes und verfolgtes Leben. Nach schweren Schicksalsschlägen versucht er als ausgebildeter Therapeut, in diesem spezifischen Milieu, erneut Fuß zufassen und gleichzeitig die ihn verfolgenden Schatten abzuschütteln. Es handelt sich bei diesem Buch nicht nur um einen schlichten Thriller oder Kriminalroman, wie man sie sonst kennt. Wulf Dorn überzeugt mit Kompetenz und Erzählgeschick. Trotz vielen Fachbegriffen und psychologischen Details wirkt der Erzählfluss stets flüssig und mitreißend. Er versteift sich nicht in lange Fachgespräche oder überlastet den Leser mit diversen wirr formulierten Krankenberichten. Ganz im Gegenteil. Ohne sich dem Wissensgehalt direkt bewusst zu sein, lernt der Rezipient eine Menge von Menschenkenntnis und psychologischen Taktiken, was vor allem mir als Psychologiestudentin sehr positiv aufgefallen ist. Die Charaktere werden größtenteils mittels ihrer Verhaltens- und Denkweise charakterisiert. Ein Talent welches ich bei Autoren sehr hoch schätze. Die Figuren wirken alltagstauglich, real und beinahe wie Bekannte. Auch fehlen überzogene, eintönige oder einfach nur nervende Personen, die in manch anderen Büchern das Geschehen langatmig machen. Der Handlungsfluss ist gespickt mit häufig auftretenden Rückblenden und Erinnerungsschüben der Protagonisten. Dennoch weiß der Leser immer wo er sich gerade im Handlungsgeflecht befindet und welche Bedeutung der Situation beizumessen ist. Er kann mit auftretenden Menschen mitfiebern, fühlt sich ihnen beinahe unheimlich nahe. Die durch das Buch entstehende Spannung ist allgegenwärtig, teils leicht, manchmal aber auch sehr stark zu spüren. Sie ist nicht überzogen, erscheint nicht erzwungen oder durch unnötige Grausamkeiten überlagert. Es ist schlicht und ergreifend ein literarisch und auch menschlich hochwertiger Thriller, der unter die Haut, und vor allem unter die Gedanken und ins Unterbewusstsein eindringt. Nach dem zweiten gelesenem Buch von Wulf Dorn bin ich von seinen Künsten als Schriftsteller sehr überzeugt. :038:
__________________ Die mini von Laoghaire! |
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