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Alt 25.10.2010, 11:50   #1 (permalink)
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Pfeil John Katzenbach - Der Professor



Kurzbeschreibung:

Der pensionierte Psychologieprofessor Adrian Thomas bekommt von seinem Arzt eine niederschmetternde Diagnose: Demenz. Damit haben sich seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Vor seinem inneren Auge erscheint die Schreckensvision seines unaufhaltsamen, unheilbaren Abgleitens in die Dunkelheit. Verstört blickt der alte Mann auf die Straße hinaus und sieht in der anbrechenden Dämmerung ein vielleicht sechzehnjähriges Mädchen vorübereilen. Gleichzeitig rollt ein Lieferwagen heran, bremst ab und beschleunigt wieder: Das Mädchen ist verschwunden. Der alte Professor ist verwirrt. Hat er gerade eine Entführung beobachtet? Wenn es tatsächlich ein Verbrechen war, muss er handeln. Die Frage ist nur, wie. Kann er noch klar genug denken, um das Mädchen zu finden?

Meinung:

In seinem neuesten Buch erzählt der berühmte Bestsellerautor Katzenbach von einem älteren Psychologieprofessor welcher nach einer Demenzdiagnose immer weiter in seine Phantasiewelt abdriftet. Erst plant er sich das Leben zu nehmen um das Leid was einem Betroffenem bevorsteht zu umgehen, doch dann macht er eine seltsame und für ihn sehr verwirrende Beobachtung. Ein Mädchen verschwindet plötzlich und zurück bleibt das aufheulende Motorgeräusch des davonrasendem Lieferwagens.
Zweifel steigen in ihm auf. Hat er das wirklich gesehen oder hat sein Geist ihm schon wieder einen Streich gespielt? Schnell kommen ihm seine schon verstorbenen Familienmitglieder zu Hilfe die ihn ermuntern der sich nun auf tuenden Aufgabe entgegenzutreten und das Mädchen zu retten.


Der eben geschilderte erste Teil des Thrillers wirkt beim Lesen eindrucksvoll und einprägsam.
Das mag an der Tatsache liegen das Katzenbach hierbei, mit einer jedem Menschen bekannten Angst spielt, am Lebensabend seine Erinnerungen zu verlieren, den Mitmenschen und Freunden zur Last zu fallen und nur noch eine Hülle seiner Selbst zu sein.
Der Betroffene Adrian Thomas ist ein durchdachter älterer Herr der sich auf rührende Art und Weise seinen Ängsten stellt und mit seinen in Halluzinationen erscheinenden verstorbenen Familienmitgliedern in Konversation tritt.


Aber dieses Gefühl blieb nur die ersten paar Kapitel und nach und nach hat mich dieser Thriller als Leser an meine Grenzen gebracht.
Katzenbach verlässt schon bald den einseitigen Erzählstrang und fängt an zwischen mehreren Perspektiven hin und her zu wechseln.
Dabei entwickelte sich bei mir sehr schnell das Gefühl einer gewissen Sympathie und Antipathie gegen die Handlungsstränge und denen in ihnen agierenden Personen.
Die Sicht der Ermittlerin, des entführten Mädchens und der eigentlichen Entführer wirkten mitreißend und fesselnd. Vor allem durch die Gedanken und Handlungen der gefangenen 16jährigen Jennifers präsentiert Katzenbach sein ganzes psychologisches Geschick als Autor. Mitreißend und voll Spannung taucht der Leser hierbei ein in die Abgründe menschlicher Perversion und lernt dabei das es nichts, aber auch gar nichts gibt, was die von Menschen gemachte Grausamkeit übersteigen könnte.
Als komplettes Gegenteil zur Intensität dieser Perspektiven erscheint mir jedoch der sich immer weiter durch das Buch schlängelnde Handlungsstrang von Adrian.
In sich konfus und sich seiner eigenen Verwirrtheit bewusst stellt er sich immer wieder der Ermittlerin entgegen und mischt sich ein. Ihm selber ist dabei stets klar das er ein alter Mann ist der an Demenz leidet und eigentlich nichts ausrichten kann, seinem zu jeder Tages- und Nachtzeit auftauchenden verstorbenem Bruder beispielsweise jedoch nicht.
Ständig tauchen sie auf und reden dem armen Mann ein er sei dazu berufen Jennifer zu retten. Dabei unterhält er sich zum Beispiel an vielen Stellen parallel mit seiner toten Frau und der Kriminalistin.
Diese Passagen haben mir beim Lesen sehr viel abverlangt und ich habe mich sehr oft dazu verleiten lassen einfach weiterzublättern und mit dem nächsten Abschnitt anzufangen. Was mir dabei aufgefallen ist, ist das mir nach diesen leserlichen Ausrutschern vom Inhalt nichts gefehlt hat. Keine Lücke, kein Fragezeichen oder die geringste Unklarheit.


Nach der kompletten Lektüre des Buchs bleibt daher ein sehr gespaltener Leseeindruck zurück.
Einerseits bin ich ein Liebhaber von spannungsgeladenen Büchern bei denen auch Familiengeschichten und Hintergründe der handelnden Personen eine Rolle spielen und diese dadurch eine lebensnaher und echter wirken.
Aber mit der Umsetzung durch Adrians Geschichten und den Erlebnissen aus den früheren Leben seines verstorbenen Sohnes, der seinem Vater zum Beispiel im Geiste erzählt wie er gestorben ist, kam ich einfach nicht klar.
Es hat das Lesevergnügen und das Freiheitsgefühl geschmälert, und auch jetzt ist mir noch nicht klar, wieso Katzenbach das eigentlich gemacht hat.
Deshalb kann ich auch nach intensivem Nachdenken nicht zu einer einheitlichen Meinung über dieses Buch kommen.

Am besten: selber lesen, denn lesenswert ist es trotz allem oder gerade deswegen.
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Ich bin das Töchterchen von Laoghaire!
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Alt 26.10.2010, 07:17   #2 (permalink)
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... na, ich weiß ja nicht. Wenn man schon Seiten überspringen muss ... und einem dann nichts von der Handlung fehlt. Das ist nervig.
Ich habe sowas gerade selbst durch. Ich habe mich aber zum kontinuierlichen Weiterlesen gezwungen - die letzte Seite war eine Erlösung.
Kein Lesetip: Brian D'Amato: 2012 - Das Ende aller Zeiten

Inzwischen habe ich erfahren, dass das der erste Band einer Reihe sein soll. Na dann ... aber ohne mich!

Ich stelle gleich mal was vor, was dagegehn sehr lesenswert ist ... in einem neuen Thema.
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Lewwer ERFURTSCH als ANGELSÄCHS'CH!
Das sagt und MEINT der hockschter aus der Nr. 43, dort, wo das Waidmuseum steht!
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Alt 26.10.2010, 09:27   #3 (permalink)
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Danke für deinen Beitrag
Sicherlich ist es nervig und gehört nicht gerade zum guten und entspanntem Buchgenuß.
Aber bei diesem Buch bin ich dennoch davon überzeugt das man es mal lesen kann.
Katzenbach ist ein renomierter Psychothriller-Autor bei dem sich die viele Erfahrung und das nötige Gespür für besondere Personen einfach bemerkbar macht.

Seine Erzählungen sind durchdacht, gut eingebetet und in vielerlei Hinsicht einfach fesselnd.
Ich wollte das Buch in dem Fall nicht schlecht oder gut reden, da meine Meinung darüber wirklich gespalten ist.

Was mich direkt stört ist der Adrian-Erzählstrang, der Rest ist sehr spannend und authentisch, und wer gelegentliche Ruhe- und Durchatmepausen bei Thrillern zu schätzen weiß, wird dieses Buch meines Erachtens sehr mögen.

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