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Alt 14.08.2011, 15:44   #1 (permalink)
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Daumen hoch Die Eindringlinge - Michael Marshall



Kurzbeschreibung:
Jack Whalen hat seinen Job als Polizist in Seattle hingeschmissen und versucht einen Neuanfang. Als ihn ein alter Freund um Hilfe bei einem mysteriösen Mordfall bittet und gleichzeitig seine Frau Amy mehrere Tage unauffindbar ist, beginnt sein Leben aus dem Ruder zu laufen. Jack ist verunsichert. Manchmal überkommt ihn das unerklärliche Gefühl, nicht immer er selbst zu sein. Und warum benimmt sich Amy nach ihrer Rückkehr so eigenartig? Als Jack beginnt, Nachforschungen anzustellen, stößt er auf ein Geheimnis, das schwärzer ist als jeder Alptraum …

Meinung:
Ich habe dieses Buch, trotz Prüfungszeit, in wenigen Tagen durchgelesen.
Es ist in einem sehr angenehmen Stil geschrieben, hochkarätig, dennoch einfach zu verstehen und menschlich schnell nachvollziehbar.
Marshall verleiht seinen Protagonisten von Anfang an eine eigene Aura, einen eigenen Emotions- und Handlungskreis der mit keinem andern in diesem Buch zu verwechseln ist.
Sie sind lebendig, authentisch und egal ob böse oder gut, sehr sympathisch. Allein diese Konstellation zu schaffen, finde ich in einer Geschichte mir stets wechselnden Handlungssträngen sehr schwierig, vor allem wenn es sich um ein Genre handelt bei dem ein abgrundtief böser Charakter unumgänglich ist. Doch es ist ihm hervorragend gelungen.

Die Handlungsstränge und Lebensgeschichten laufen beinahe bis zum Ende getrennt. Eine Tatsache die mich stark gestört hätte, wenn nicht jeder einzelne von ihnen seinen eigenen Spannungsbogen gehabt hätte. So merkte man während der Lektüre das es am Ende nicht einfach auf die erste Person, als Hauptperson hinauslaufen würde, sondern das jeder seinen eigenen, festen Platz in der Geschichte einnimmt.
Das fand ich für einen Thriller überraschend und erfreulich.
Kein: 1. Hautperson 2. Bösewicht 3. Unwichtige Person → Untergang von 1. durch 2.


Ich konnte mir bis zum Schluss nicht vorstellen worauf der Autor abzielen will, was es am Ende mit den Eindringlingen, dem Verhalten seiner Frau und den vielen seltsamen Gestalten in Seattle auf sich haben soll.
Nicht nur als Psychologiestudentin hat mich das wahrhafte Ende gefesselt.
Eine Uminterpretation der kindlichen Entdeckung des Selbstschemas.
Keiner kann in gegenständlicher Art und Weise behaupten, die Funktionsweise und Urform der Psyche zu kennen. Seit Aristoteles streiten sich die Wissenschaftler um den Grundbaustein des Bewusstseins und sind eifrig damit beschäftigt Theorien aufzustellen und erneut zu widerlegen.
Wie die Psyche funktioniert, welchen Gesetzen sei folgt, lässt sich in der heutigen Zeit jedoch eingrenzen. Denkfehler sind gefunden und können behoben werden. Doch... wo kommt sie her? Woher weißt sie wohin sie gehört und welchen körperlichen Wert sie annimmt?
Schon Descartes wurde in der Hinsicht kritisiert. Er war der Meinung das Seele (res cogitans) und Körper (res extensa) getrennt existieren und interagieren. Angebrachte Kritik: Woher weiß der ausdehnungslose und substanzlose Geist zu welchem Gehirn er gehört?


Diese Fragen bündeln sich am Ende dieses Buches und finden eine interessante und einem Thriller gerecht werdende Antwort.
Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.
Selbstständig lesen und nachdenken wird hier wohl das beste sein
__________________
Ich bin das Töchterchen von Laoghaire!
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