Zurück zur Titelseite |
| | Login | ||||||
| Registrieren | Hilfe | Benutzerliste | Interessengemeinschaften | Kalender | Suchen | Heutige Beiträge | Alle Foren als gelesen markieren |
| Gelesen Was Forumbesucher empfehlen: Die Buchtipps. |
| | LinkBack | Themen-Optionen | Ansicht |
| | #1 (permalink) | |
| Forum-Guru Registriert seit: 18.01.2006 Ort: Am Rande
Beiträge: 1.582
| Der Roman um den Erfurter Schatz interessierte mich nicht alleine deshalb, weil er in Erfurt handelt. Mir ging es auch darum, herauszufinden wie der Autor, Henry Köhlert, die geschichtlichen Details mit einer fiktiven Handlung um das Prunkstück des Schatzes - dem Hochzeitsring - verwoben hat. Die Hauptfiguren sind Konrad und sein Lehrmeister, der Goldschmied Thomas von Weimar, der von einem der reichsten Juden der Stadt, Kalmann von Wiehe, - seinem Freund - damit beauftragt worden war, anlässlich der Hochzeit seines Sohnes, verschiedene Schmuckstücke herzustellen. Darunter befand sich auch der Hochzeitsring, der nur zur Hochzeit getragen wird und fortan über Generationen immer wieder dann hervorgeholt werden sollte, wenn es darum ging zwei Menschen fürs Leben zu verbinden. Konrad entdeckt eines Morgens, im Schnee, die Leiche eines Mädchens. Wie sich herausstellt, handelte es sich dabei um die Magd des Juden. Zur gleichen Zeit kommt es in Erfurt zu Unruhen. Man hat Angst vor der aus dem Süden herannahenden Pest und schiebt deren Ausbrechen den Juden zu, die angeblich die Brunnen vergiften würden. Von überall her hörte man, dass die Juden aus den Städten vertrieben wurden. Dieses Vorgehen hielten einige der Erfurter Bürger und Ratsherren auch in ihrer Stadt für angebracht, zumal die Juden Schuldscheine von vielen Erfurtern gesammelt hatten, die diese vermutlich nie zurückzahlen könnten. Das Progrom von 1349 beginnt ... Ich will jetzt mal nichts weiter zur Handlung schreiben, da damit ja schon alles verraten wäre. Mein Fazit ist jedoch zwiespältig. Im Roman lässt der Autor die Hauptpersonen durch Erfurt gehen und beschreibt dabei Straße für Straße, als wüssten die Leser, die nicht aus Erfurt kommen, wo man sich gerade befindet. Das dürfte für Nicht-Erfurter vielleicht etwas zu detailgetreu sein. Diese Seiten könnten jedoch fast einem historischen Reiseführer entnommen sein - aber eben nur fast. Da gibt es nämlich auch diese oder jene Ungereimtheit. So spielt die Handlung im Februar und März 1349 und Konrad geht mit seiner Liebsten - der Magd Maria - zum Einkaufen auf die Märkte der Stadt. Schön und gut, aber im Februar und März auf dem Anger mit Waid handelnde Bauern anzutreffen, war unmöglich. Der Waidhandel begann im Frühling nach dem ersten Stich (Ernte) im Mai oder Juni und endete im Herbst nach dem letzten. Im Spätwinter wurden die Felder bestellt, sollte dies nicht schon im Herbst geschehen sein. Erst danach wuchs der Waid auf ihnen heran. Im Roman heißt es weiter: Zitat:
Trotzdem ist das Buch lesenswert, es macht neugierig auf Erfurt und den Erfurter Schatz mit dem Hochzeitsring.
__________________ Lewwer ERFURTSCH als ANGELSÄCHS'CH! Das sagt und MEINT der hockschter aus der Nr. 43, dort, wo das Waidmuseum steht! | |
| | |
| Lesezeichen |
| Themen-Optionen | |
| Ansicht | |
| |