Katholisch-Theologische Fakultät der Uni Erfurt bringt sich mit ökumenischen Beiträgen ein

Am Himmelfahrtswochenende vom 25. bis 28. Mai lädt der „Kirchentag auf dem Weg“ bundesweit dazu ein, historische Stätten und sakrale Orte neu zu entdecken. In insgesamt acht Städten – neben Erfurt auch Dessau-Roßlau, Halle/Eisleben, Jena/Weimar, Leipzig und Magdeburg – werden an kulturellen sowie spirituellen und touristischen Stationen mit einem jeweils lokalen Programm 500 Jahre Reformation gefeiert. Längst ist aus der Jubiläumsfeier der evangelischen Kirchen dabei auch ein Rück- und Ausblick auf die Katholische Kirche geworden. Entsprechend intensiv bringt sich die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Erfurt in die Veranstaltung ein und lädt am 26. sowie 27. Mai zu Vorträgen und Begehungen in den Erfurter Dom.

„Seit den Tagen des Philosophisch-Theologischen Studiums ist Theologie in Erfurt ökumenisch ausgerichtet“, sagt Prof. Dr. Michael Gabel, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät. Noch zu Zeiten der kirchlichen Hochschule von den 1950er- bis in die 1990er-Jahre hätten Professoren für evangelische Theologie Vorlesungen in Erfurt gehalten – andernorts sei das noch längst nicht üblich gewesen. Theologie in Ostdeutschland, wo alle christlichen Kirchen nur kleine Bevölkerungsgruppen repräsentieren, könne gar nicht anders als ökumenisch angelegt sein. Man arbeite aus den verschiedenen konfessionellen Perspektiven heraus letztlich an denselben Themen, reflektiere aus unterschiedlichen religiösen Traditionen, ergänze sich dadurch aber auch.

Beim „Kirchentag auf dem Weg“ möchte die Fakultät die Gegenwart nun besonders über die Geschichte in den Blick nehmen. „Wir bieten mehrere geschichtliche Vorträge und Workshops an“, erklärt Gabel, z.B. die Workshops „Ein rebellischer Mönch, eine entlaufene Nonne und ein literarischer Bestseller“ und „Luther und die Katechismen seiner Zeit“, die auch für die Gegenwart hochrelevante Fragen aufwerfen. Weitere Vorträge fragen nach Luther als Studenten und dem Studium zur Zeit des Augustinermönchs in Erfurt. Wieder andere widmen sich unmittelbar unserer Gegenwart, so etwa ein Beitrag über Seelsorge bei Krankheit und Tod in konfessionsverbindenden Ehen sowie ein Vortrag mit dem Titel „Ohne Luther. Zum Fehlen eines Reformators im orthodoxen Christentum“.

Michael Gabel: „Zusammen mit Partnerinstitutionen in der Region steht Erfurt für katholische Theologie in Ostdeutschland. Das bringen wir mit wirklich großer ökumenischer Überzeugung in den ‚Kirchentag auf dem Weg‘ ein.“ Und so erhoffen sich die Erfurter Theologen auch Impulse aus dem Christentreffen in der Thüringer Landeshauptstadt. Ein solches Großereignis an der Schnittstelle von Kirche und Gesellschaft zeige die Besonderheiten der religiösen Landschaft in Ostdeutschland. „Das ist unser Thema, dem wir mit Partnern in der Region sowie international nachgehen“, sagt Gabel. „Damit stehen wir Kirche und Gesellschaft gleichermaßen als wissenschaftliche Gesprächspartner zur Verfügung. Der ‚Kirchentag auf dem Weg‘ ist die nächste Gelegenheit, damit eine größere Öffentlichkeit zu erreichen.“

Das vollständige Programm der Beiträge der Katholisch-Theologischen Fakultät zum Kirchentag finden Sie unter: https://www.uni-erfurt.de/fileadmin/user-docs/kath-theol/dokumente/termine/ProgrammKThF_Kirchentag.pdf