Parteiauftrag Luther

Luther

„‚Parteiauftrag Luther‘ – Die Lutherehrung 1983 in Erfurt beleuchtet der Historiker Dr. Steffen Raßloff in seinem Vortrag am 16. Mai, 18:30 Uhr, im Angermuseum Erfurt“

Am Dienstag, dem 16. Mai, 18:30 Uhr, findet in der Sonderausstellung
Luther. Der Auftrag. Martin Luther und die Reformation. Rezeption und Reflexion“ ein weiterer Vortrag statt. Der Erfurter Historiker Dr. Steffen Raßloff beschäftigt sich mit der Lutherehrung 1983 in Erfurt, dem „Parteiauftrag Luther“.

Lange galt Martin Luther in der DDR-Geschichtsschreibung als „Fürstenknecht“ und „Bauernschlächter“, dem die Heldengestalt Thomas Müntzer gegenübergestellt wurde. Allmählich hellte sich das Bild jedoch auf, bis der Reformator mit der staatlichen Lutherehrung 1983 anlässlich des 500. Geburtstages massiv vereinnahmt wurde. SED-Generalsekretär Erich Honecker erklärte Luther zu „einem der größten Söhne des deutschen Volkes“. Sein Erbe in der DDR zu pflegen wurde quasi zum Parteiauftrag erhoben, was nicht nur auf freudige Zustimmung traf.

Die breiten Aktivitäten von Geschichtsschreibung und Denkmalpflege bis hin zu zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen brachten jenseits der Instrumentalisierung des Jubiläums durch die SED auch viele positive Effekte. Erfurt stand dabei als Stadt des jungen Luthers und „Keimzelle der Reformation“ neben Wittenberg und der Wartburg im Mittelpunkt. So konnte die Lutherstadt ihr Profil international nachhaltig schärfen. Nicht zuletzt die Erinnerungslandschaft mit dem rekonstruierten Augustinerkloster an der Spitze profitierte vom „Lutherjahr 1983“.

Dr. Steffen Raßloff hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und wird schlaglichtartig das bedeutende Jubiläum beleuchten, das in der Sonderausstellung des Angermuseums „Luther – Der Auftrag“ eine wichtige Rolle spielt.

Abbildung: Blick in die Luther-Ausstellung. Zu sehen das Luther-Triptychon von Heinz Zander, 1982, Öl /Hartfaser, das im Auftrag des Ministeriums für Kultur der DDR anlässlich der Luther-Ehrung 1983 entstand. Befindet sich heute im Besitz des Angermuseums Erfurt. Foto: Dirk Urban