Super gekämpft – Punkte nur knapp verpasst

In einer kämpferischen, bis zum Schluss spannenden Champions League Partie unterlag der Thüringer HC dem französischen Meister Metz Handball mit 29:31 (14:15) und verpasste damit die erhofften Heimpunkte um die Cahnce zum Viertelfinal-Einzug. Iveta Luzumova erzielte für den THC wiederum 12 Treffer – beste Französin war mit 10 Feldtoren Xenia Smits.

Das Spiel begann mit starken Angriffsaktionen. Bei drohendem Zeitspiel hatte sich Iveta Luzumova an den kreis abgesetzt und konnte den Pass von Beate Scheffknecht zum 1:0 verwerten. Metz glich im nächsten Angriff aus. Dann war es wieder Iveta Luzumova, die durch zwei verwandelte Strafwürfe die Thüringerinnen jeweils in Führung brachte, doch Metz blieb stets dran – Xenia Smits erwies sich als wurf- und 1gegen1-sicher und traf zweimal in Folge. Die erste Gästeführung erzielte dann Beatrice Edwige.(4:5 / 8.Min) Doch der THC spielte weiter auf Augenhöhe mit dem Favoriten – eine erneute Führung der Französinnen vereitelte Dinah Eckerle mit einer Klasse-Parade gegen die frei werfende Manon Houette.

Kurz darauf hatte dann Lydia Jakubisova Pech – ein schöner Heber hatte Marina Rajcic bereits überwunden, doch der Ball sprang vom Pfosten ins Feld zurück. Metz lag jetzt mit 9:7 in Führung. Doch dank schöner Angriffsaktionen und guter Ausnutzung einer Überzahlsituation waren die Gastgeberinnen in der 17.Minute beim 10:10 wieder gleichauf. Metz setzte auf seine Rückraumstärke – vor allem Xenia Smits brillierte ein ums andere Mal, während der THC sehr konzentriert die Lücken suchte und schon in dieser Phase eine Vielzahl Strafwürfe erhielt, die bis dahin Iveta Luzumova zu 100% verwandelte. Mit einem Millimeterpass durch “Freund und Feind” bediente Dinah Eckerle Meike Schmelzer und die überwand mit einem schönen Heber Marina Rajcic im Tor der Französinnen. Die Montenegrinerinnen zeigte jetzt mehrere starke Paraden und ließ Metz Handball erstmals auf 14:11 enteilen. Sonderbeifall gab es dann für den zwölften THC-Treffer: Sakia Lang hatte mit einem No-Look-Rückhandpass Meike Schmelzer am Kreis freigespielt. Ein schöner Treffer von Kerstin Wohlbold – “positionfremd” von Linksaußen erzielt, ließ den Vorsprung wieder schmelzen – 13:14 zeigte die Anzeigetafel 90 Sekunden vor dem Pausensignal. Der Ausgleich gelang vorerst nicht. Nach Treffern von Manon Houette und Iveta Luzumova stand es zur Pause 15:14 für die Gäste.

Metz fand schneller in die Partie zurück und legte wieder vor. Nach fünf Minuten betrug die Gästeführung 18:15, auch weil Xenia Smits ihre Wurfvariabilität unter Beweis stellte. Doch der THC kämpfte um eine Verkürzung und als Manon Houette eine Zeitstrafe erhielt, gelang durch Lydia Jakubisova das 18:20 und kurz darauf, noch in Überzahl Jana Krause mit 40m-Wurf ins leere Tor das 19:20. 15 Sekunden später lag der Ausgleich in der Luft – nochmal hatte Jana Krause aufs leere Tor gezielt und es nur um Zentimeter verfehlt.

So blieb es dabei – Metz legte vor und der THC kämpfte mit aller Kraft, um eine deutlichere Führung zu verhindern. Und dann glänzte Lydia Jakubisova mit zwei tollen Aktionen und brachte jetzt die Thüringerinnen mit 24:23 in Führung. Und hatte damit bei ihren Nebenspielerinnen die Kampfkraft neu geweckt. Zehn Minuten vor dem Ende des Spiels zeigte nun auch Metz Handball Nerven. Herbert Müller justierte in der Auszeit nochmal auf mehreren Positionen. Anika Niederwieder musste auf die “Strafbank” und Metz konnte durch Ana Gros wieder die Führung an sich reißen – 26:25/ 51.Min. Und nach Schrittfehler von Beate Scheffknecht dann ein Pass auf die pfeilschnelle Manon Houette, die die Zweitoreführung (28:26) wieder herstellte.

Die Rückraumüberlegenheit von Handball Metz zeigte sich jetzt in den Aktionen von Grace Zaadi Deuna, die mit zwei druckvollen Treffern die Weichen auf Sieg stellte . Aber kein Nachlassen des THC – zwei Minuten vor Spielende waren die Thüringerinnen bis auf 28:29 heran. Noch 60 Sekunden zu spielen und die Chance auf ein Remis blieb den toll kämpfenden Gastgeberinnen bis zum 31:29 durch Laurisa Landre erhalten – dann mussten die Thüringerinnen die Überlegenheit des französischen Meisters am heutigen Tag anerkennen.

Bericht: Roman Knabe

Stimmen zum Spiel:

Emmanuel Mayonnade (Trainer Metz HB): Es war sehr kompliziert hier zu gewinnen. Wir haben viel Charakter gezeigt und ich bin froh, dass wir diesen Sieg hier einfahren konnten. Thüringer HC hat eine starke Mannschaft mit starken Spielerinnen wie Iveta Luzumovic gegen die man sehr kompakt verteidigen muss. Das ist uns zum Glück doch gelungen.

Herbert Müller (Trainer THC): Es war heute Handball vom Allerfeinsten, ein Spiel auf allerhöchstem Champions League Niveau, mit zwei Mannschaften, die sich nichts geschenkt haben. Entscheidend war wohl, dass wir in der ersten Hz ein paar Fehlwürfe zuviel hatten, die sofort mit Tempogegenstößen bestraft wurden. Ein wichtiger Unterschied war dann wohl Xenia Smits, die eine alles überragende Partie mit zehn Feldtoren gemacht hat. Das Schöne für mich ist, dass meine Mannschaft über 60 Minuten ebenbürtig war und sogar mit ein wenig mehr Glück eine Siegchance hatte.

Xenia Smits (Metz HB): Es war wieder eine tolle handballstimmung hier in der Halle. Es freut mich, dass wir bis zum Schluss gekämft haben, was auch nötig war.

Iveta Luzumova (THC): Es ist schade, dass wir heute verloren haben aber ich denke, das war super Handball. Wir haben super gekämpft – diese Spiele bringen uns viel für die Spiele um die Meisterschaft.

Statistik:

Thüringer HC: Jana Krause 1, Dinah Eckerle; Beate Scheffknecht 2, Saskia Lang, Meike Schmelzer 4, Anika Niederwieser, Macarena Aguilar Diaz 3, Iveta Luzumova 12/6, Gordana Mitrovic, Lydia Jakubisova 5, Kerstin Wohlbold 2, Josefine Huber, Patricia Batista da Silva.

Metz Handball: Marina Rajcic, Kyra Viven Csapo; Beatrice Edwige 1, Ana Gros 3/1, Grace Zaadi Deuna 5, Laura Flippes 2, Meline Nacandy 1, Manon Houette 4, Laurisa Landre 2, Manuela dos Reis, Orlane Kanor 1, Charlotte Kieffer, Xenia Smits 10, Helene Sajka, Marion Maubon, Jurswailly Luciano 2.

Strafwürfe: 6/6 – 1/1.

Zeitstrafen: 2 – 3.

Zuschauer: 1500.

Schiedsrichter: Mads Dahl Hermann, Jesper Madsen (DEN).

EHF-Delegierte: Edeltraut Berthold (AUT).

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