„Krisen überstehen wir am besten gemeinsam!“



Wenn sich Verkehrswege deutlich ändern sollen, ist dafür das Baurecht zu schaffen. Im Falle der zukünftigen Brücke über die Gera im Zuge der Warschauer Straße ist in einem Plangenehmigungsverfahren u.a. auch mit den Interessenverbänden wie dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) als Träger öffentlicher Belange das Einvernehmen zum Vorhaben herzustellen.

Der ADFC begrüßt dabei die geplanten Unterführungen des Gera-Radweges am Westufer der Gera und des zukünftigen Radweges am Ostufer, bemängelte allerdings die geplanten Verkehrsräume für die Radfahrenden auf der Brücke. Aus Kostengründen hatte sich die Verwaltung an Mindestmaßen für die Gehwege auf der Brücke orientiert, die eine Radfahrmitbenutzung gerade so erlauben. Der ADFC plädierte allerdings für ein zukunftsfähiges Angebot an Radfahrende und zeigte schon heute existierende Konflikte an Verkehrswegen auf, die für gemeinsame Nutzungen von Zu-Fuß-Gehenden und Radfahrenden schlichtweg unbrauchbar sind. „Plangenehmigungsverfahren lassen formal auch Abwägungen zu. Das ist aber nicht mein Anspruch und bei aller Diskussion um die schwierige Finanzierung für diese Brücke habe ich dem ADFC Gesprächsbereitschaft angeboten und ins Rathaus eingeladen“, so Matthias Bärwolff, der Beigeordnete für Bau, Verkehr und Sport.

Am 30. April 2021 haben sich ADFC und Verwaltung in einem sehr konstruktiven Gespräch auf einen Kompromiss einigen können. „Mit dem Brückenbau werden Verkehrsräume für bis zu 80 Jahre von der Stadt geschaffen. Wir appellieren an die Verwaltung, mehr als nur die Umsetzung der heute geltenden Standards zu betrachten. Die Radfahrenden werden die beiden Uferwege entlang der Gera sehr intensiv nutzen. Da darf eine Querungsmöglichkeit auf der Brücke keine neue Barriere bilden“, begründete Matthias Hecklau vom ADFC das Anliegen für eine angemessene Breite des Gehweges auf der Brücke. Thomas Engel vom ADFC ergänzt: „Noch hat die Stadt die Möglichkeit, ihre Planung anzupassen und die richtige Entscheidung dazu setzt verkehrspolitische Akzente.“

Der vereinbarte Kompromiss bietet zukünftig auf dem nördlichen Gehweg mehr Platz, der südliche ist in der Planung bereits breiter, erreicht aber auch in Zukunft nicht das gewünschte Maß. Bärwolff und auch die Vertreter des ADFC zeigen sich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. „Die Lösung, die wir gefunden haben, ist realistisch und nachhaltig. Dieses Ziel haben sowohl der ADFC als auch wir erreicht und dafür bin sehr dankbar“, bewertet Bärwolff die Einigung.



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