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An wen wenden sich Erfurter Kinder und Jugendliche, wenn sie jemanden zum Reden brauchen, sich in Situationen befinden, die ihnen wehtun oder nicht gefallen? Was ist das Kompetenzzentrum Kinderschutz und wieso ist es eigentlich so wichtig, darüber zu sprechen?

Bettina Wolff, Abteilungsleiterin des Allgemeinen Sozialdienstes im städtischen Jugendamt, hatte mit einigen langjährigen Kollegen einen Traum: „Wir haben uns vorgestellt, wie es wäre, verschiedene Angebote im Rahmen des Kinderschutzes in einem Haus zu vereinen. 2019 konnten wir diese Ideen in Form des Kompetenzzentrums Kinderschutz in Erfurt wahr werden lassen. Nachdem wir Mitstreiter gewonnen hatten, gründeten wir im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Jugendamt, dem Perspektiv e.V. und dem MitMenschen e.V. unser Haus des Kinderschutzes.“

Der Kinderschutz wird auf diese Weise in der Landeshauptstadt durch die Bündelung personeller und fachlicher Ressourcen sowie dem professionellen Austausch innerhalb des Hauses gestärkt. Bettina Wolff erklärt: „Das Spektrum an Hilfen ist wirklich vielfältig. Zum einen werden z.B. soziale Gruppenarbeiten und sozialpädagogische Begleitungen für Kinder, Jugendliche und deren Eltern angeboten. Zum anderen werden auch Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendarbeit, Schulen und Sport beraten. Sie erhalten u.a. Unterstützung bei der Einschätzung von Gefährdungsrisiken.”

Solch eine Beratung sei von bedeutender Wichtigkeit, um bei Verdacht auf körperliche oder seelische Misshandlungen, sexuelle Gewalt oder Vernachlässigung rechtzeitig reagieren zu können.

Ebenfalls im Haus ist der Schlupfwinkel ansässig. Er stellt einen Ort der Kinder- und Jugendzuflucht in Notsituationen dar und ist dem Perspektiv e.V. zuzuordnen. „Nicht bei allen jungen Selbstmeldern liegt aber eine Kindeswohlgefährdung vor. Die Nummer des im Kompetenzzentrum integrierten Sorgentelefons wird häufig auch gewählt, um eine anonyme Beratung zu schulischen Problemen, Streitigkeiten mit Geschwistern oder Eltern und Freunden zu erhalten”, berichtet die erfahrene Diplom-Sozialpädagogin.  

Für Mädchen und Jungen sei es besonders wichtig, einen Ort zu kennen, an dem sie in geschützter Atmosphäre über ihre Probleme sprechen können – auch anonym. Öffentlichkeitsarbeit nehme dabei einen besonderen Teil ein, damit Kinder, Jugendliche und Familien von den Hilfsangeboten erfahren. Ein niedrigschwelliger Zugang soll die Angst vor einer Kontaktaufnahme zudem mindern.



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