Blinder Musiker, geführt von einem Gehilfen.



Am 2. November, um 19:30 Uhr, gibt Dr. Vladislav Zeev Slepoy, Universitäten Salzburg und Halle-Wittenberg, einen Einblick in die sozialen Strukturen einer mittelalterlichen Gemeinde insbesondere in der Synagoge.

Foto: Fahrende Musiker. Ausschnitt aus einer Abbildung der Amtlichen Berner Chronik von Diebold Schilling, um 1483
Foto: © Bern, Burgerbibliothek, Mss.h.h.I.3: Diebold Schilling, Amtliche Berner Chronik, Bd. 3

Die Synagoge war (und bleibt) der Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens. Im Mittelalter diente die Synagoge zugleich als die Anlaufstelle für „Fremde“ aller Art: auswertige Kaufleute und Besucher, Arme, Bettler und viele andere Gruppen von „Gästen“. Somit waren die Fremden ein fester Bestandteil einer mittelalterlichen Gemeinde. Ihre Stellung innerhalb der Gemeindestruktur war Gegenstand von zahlreichen Diskussionen: Welche Rechte kamen den Fremden in einer Gemeinde zu? Wer und ab wann war zur Steuerzahlung verpflichtet? Welche Position hatten die Fremden in der Synagoge und im Gottesdienst? Diese und ähnliche Fragen werden in den mittelalterlichen jüdischen Quellen ausführlich diskutiert. In dem Vortrag soll die Stellung der Fremden anhand von einigen Quellentexten beschrieben und analysiert werden.

Dr. Vladislav Zeev Slepoy studierte an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. 2013 promovierte er zum Thema „Halachische Literatur in Aschkenas in den Jahren 1350-1500“. Seit 2019 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Salzburg und Halle-Wittenberg.

Der Vortrag findet online statt. Interessierte können sich per E-Mail an welterbe@erfurt.de anmelden und erhalten im Anschluss den Link. Der Vortrag wird auch auf dem Youtube Kanal „erfurtkultur“ übertragen



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