ein Preis in runder metallischer Form mit dem Aufdruck "Deutscher Nachhaltigkeitspreis"



Der Projekt-Verbund HeatResilientCity (deutsch: hitzeangepasste Stadt) hat den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung 2022 gewonnen. Das Projekt, an dem die Landeshauptstadt Erfurt sowie des Instituts für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der Fachhochschule Erfurt als Praxispartner maßgeblich beteiligt sind, erforscht, wie sich dicht bebaute Stadtquartiere und die dort lebende Bevölkerung nachhaltig vor Sommerhitze schützen lassen. Die Preisverleihung fand am Abend des 3. Dezember statt.

Foto: © Frank Fendler 2021

Die Freude über die Auszeichnung mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis im Projektteam von HeatResilientCity (HRC) ist groß, denn sie macht deutlich, wie wichtig die umsetzungs- und nutzerorientierte Forschung zu nachhaltiger Hitzeanpassung in Stadtquartieren ist.

„Das ist eine herausragende Auszeichnung mit einem der renommiertesten Preise, den es im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich gibt“, freut sich der Beigeordnete für Sicherheit und Umwelt Andreas Horn und ergänzt: „Die Rekordsommer 2018 und 2019 haben es deutlich gemacht: Lang anhaltende Hitzewellen werden in der Zukunft eine der großen Herausforderungen für die Stadtentwicklung sein. HeatResilientCity ist für uns ein zentraler Baustein zur Umsetzung des Hitzeaktionsplans für die gesamte Stadt.“

Ähnlich äußert sich der Präsident der Fachhochschule Erfurt, Prof. Dr. Frank Setzer. Er zeigt sich „erfreut, dass das Projekt unter Beteiligung unseres For-schungsteams um Frau Professorin Sinning überzeugen konnte. Der Klimawandel ist unzweifelhaft zu spüren. Er fordert schnelle und konsequente Anpassungsmaßnahmen, auch der Städte. Der Preis für das Projekt HeatResilientCity gibt Auftrieb für die weitere Forschung zu diesem Thema.“

Guido Spohr, Koordinator des BMBF-Forschungsprojekts für die Stadt Erfurt ergänzt: „Wir danken allen Erfurterinnen und Erfurtern sowie allen anderen Menschen ganz herzlich, die im Rahmen des Public-Votings für unser Projekt gestimmt und es somit zum Gewinner gemacht haben.“ Eine hochkarätige Jury hatte zuvor einen Finalistenkreis von drei Projekten ausgewählt.

Besonders wichtig ist und bleibt dem Projektteam von HeatResilientCity dabei der Austausch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern in den beiden untersuchten Stadtquartieren in Erfurt und Dresden. „Vor allem Maßnahmen, die diese als sinnvoll erachteten, wurden und werden im Projekt umgesetzt, um so die Akzeptanz für nötige Vorsorgemaßnahmen gegen Sommerhitze zu erhöhen“, betont Spohr: Das hat auch die Jury so gesehen und als zukunftsweisend für die Klimaanpassung erachtet.

Ausblick

Bis Januar 2023 erstellt das Projektteam nun ein Handbuch zum vorsorgenden Umgang mit Hitze für Dresden und Erfurt. Ein Gesundheitsnetzwerk für Erfurt wird die Schnittstellen u.a. im Bereich der handelnden Akteure schärfen und verbessern. Hierzu sollen bspw. Pflege- und Therapieeinrichtungen, Rettungsleitstellen, Krankenhäuser und Krankenkassen, aber auch Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften mit ins Boot genommen werden, um vorsorgend zu wirken. Unterstützend und beratend wirkt hier die Agethur-Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen mit.

HeatResilientCity bietet außerdem den Verwaltungen in den beiden Landeshauptstädten, aber auch planenden und umsetzenden Akteuren aus der Bauwirtschaft Qualifizierungsmaßnahmen an, um Schritt für Schritt die die Hitzeanpassung in Planungen und Projekte zu integrieren. In Erfurt arbeitet das Team u.a. mit der Architektenkammer Thüringen, der Ingenieurkammer Thüringen, dem Bundesfachverband freier Immobilienverwalter sowie der Thüringer Energie- und Greentech-Agentur (THEGA) zusammen.

Gemeinsam mit der Partnerstadt San Miguel de Tucuman und der Fachhochschule Erfurt entwickelt HRC aktuell weitere Ideen für zukunftsorientierte Freiraumgestaltungen am Beispiel des Leipziger Platzes und des Hanseplatzes in der Krämpfervorstadt und baut damit auf der Bürgerbeteiligung in 2018 und 2020 auf.

Zum Projekt

Das Projekt HeatResilientCity wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Vorhaben der „Leitinitiative Zukunftsstadt“ im Themenbereich „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region“ gefördert. Neben der Landeshauptstadt Erfurt gehören zum Projektverbund: das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden, das Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der Fachhochschule Erfurt (ISP), das Institut für Hydrologie und Meteorologie der Technischen Universität Dresden, die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden, das Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden, das Umwelt- und Naturschutzamt der Landeshauptstadt Erfurt sowie in Phase 1 die Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden und in Phase 2 das Amt für Gesundheit und Prävention der Landeshauptstadt Dresden.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Forschung wurde zum zehnten Mal vergeben. Ausgelobt hatte ihn das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). In diesem Jahr standen bei dem Wettbewerb die Anpassung an den Klimawandel und der Umgang mit Extremwetterereignissen in Städten und Regionen im Mittelpunkt. Gesucht wurden anwendungsnahe Projekte, die Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel präsentieren und damit den Herausforderungen des Klimawandels durch vorsorgendes Handeln begegnen.

Kontaktmöglichkeiten

Kontakt in der Stadtverwaltung Erfurt
Umwelt- und Naturschutzamt
Sylvia Hoyer (Teilprojektleitung)
Guido Spohr (wissenschaftliche Projektkoordination)
E-Mail: sommerhitze@erfurt.de

Kontakt an der Fachhochschule Erfurt
Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation (ISP) der Fachhochschule Erfurt
Prof. Dr. Heidi Sinning (Projektleiterin)
Telefon: 0173 260-9051
E-Mail: sinning@fh-erfurt.de



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