Ein Sieg und eine Niederlage


Mit einem Sieg (3:2 beim VCO Berlin) und einer Niederlage (1:3 beim SC Potsdam) kehrten die Schwarz-Weiß-Damen von ihrem Doppelspielwochenende aus Berlin und Brandenburg zurück.

Das Mindestziel (drei Punkte in Berlin) und das Wunschziel (4 Punkte aus zwei Spielen) wurden verpasst – so die nüchterne Betrachtung der Bilanz nach der Rückkehr ins heimische Thüringen. Was die zwei Punkte, die aufs Konto gelangten, Wert sind und ob sie zum Leben zu wenig sind, wird sich in den nächsten Spielen zeigen. Bis auf einen Punkt rückte die Kronseder-Mannschaft an Straubing heran, das allerdings selbst am kommenden Samstag beim VCO Berlin die Chance hat, den Vorsprung wieder zu vergrößern.

Auch wenn die Ausbeute der Erfurterinnen eher zu mager als ausreichend war, so besteht gerade nach diesen Spielen kein Grund, den Stab über der Mannschaft zu brechen. Ja, sie haben im ersten Satz beim SC Potsdam (wieder mal) die Chance auf einen Satzerfolg verstreichen lassen. Und wer weiß, wie die Partie mit einem 1:0 im Rücken verlaufen wäre und sich die bis dato gut aufgelegte Tess Rountree beim Stand von 3:2 im zweiten Satz nicht verletzt hätte. Weil für sie das Wochenende damit gelaufen war, war es das für den Rest der Mannschaft noch lange nicht. Wobei das Wort Rest es treffend beschreibt. Einzig Zuspielerin Antonia Greskamp, die selbst mit anhaltenden Schulterproblemen kämpft und nur für den Notfall dabei war, blieb als Auswechslungsoption am Spielfeldrand. Somit war klar: Die verbliebene 6 + 1-Mannschaft musste die restliche Partie sowie tags darauf das Spiel in Berlin bestreiten. Dass sich Schwarz-Weiß nach unruhigem zweitem Satz wieder fand und den dritten sogar für sich entscheiden konnte, muss man ihnen hoch anrechnen. Bis zum Schluss gaben sie sich nicht auf, auch wenn Potsdam letztendlich alle drei Punkte einsackte. Zu verdanken hatten es diese ihrer alles überragenden Angreiferin Marta Drpa, die von SWE nicht zu neutralisieren war.

Am Sonntag ging es nach Hohenschönhausen, wo der ebenfalls personell dünn besetzte VCO-Nachwuchs wartete. Die Gastgeberinnen hatten allerdings einen spielfreien Samstag. Die Erfurterinnen konnten nicht verbergen, dass sie mit schweren Beinen aufs Spielfeld liefen. Eine hohe Anzahl Eigenfehler verbaute ihnen den ersten Satz und die dadurch ermutigten Gastgeberinnen legten gleich nach. Drei nicht genutzte Satzbälle und auch der zweite Durchgang war dahin. 0:2 aus Erfurter Sicht – ein schwarzes Wochenende war nahe. Doch welchen Charakter die Mannschaft besitzt, das sollte sich in der Folge zeigen. Trotz wochenlanger Strapazen mit einem kleinen Spielerkader, diversen Verletzungen und Krankenausfällen, elf Niederlagen am Stück in der Vita, einer Niederlage vom Vortag inklusive erneutem Spielerausfall und angesichts des 0:2-Rückstandes den sportlichen Abgrund vor Augen. Erfurt stemmte sich gegen das drohende Unheil und hatte Erfolg. Als Zuschauer konnte man sehen, dass die Mädels sprichwörtlich auf dem Zahnfleisch gingen. Der Schmerz jeder Bewegung war unverkennbar. Doch der Wille versetzt eben manchmal Berge. Der Lohn, ein am Ende verdientes 3:2 mit einem deutlichen 15:4 im Entscheidungssatz, als Clarisa Sagardia mit ihren Aufschlägen die jungen Gastgeberinnen endgültig auf die Verliererstraße schickte.

Kein glanzvoller Sieg, aber auf alle Fälle einer der Moral. Ein Sieg, der zumindest klar machte, dass Schwarz-Weiß Erfurt noch lebt und gewillt ist, weiter zu kämpfen – trotz aller Widrigkeiten und Hindernisse. (StS)



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