Erfurt liefert tollen Fight | Schwarz-Weiß-Erfurt


Schwarz-Weiß Erfurt hat das Ostderby zwar mit 1:3 verloren, dem Favoriten Dresdner SC aber einen tollen Fight über vier Sätze geliefert.

Auch wenn die Gastgeberinnen im Heimspiel vor 562 Zuschauern keinen Punktgewinn einfahren konnten, so lässt der Auftritt vom Samstagabend zuversichtlich in die kommenden Aufgaben blicken. Am Ende reichte es zwar „nur“ zu einem Satzgewinn, jedoch mussten sich die Gäste mächtig ins Zeug legen, um drei Punkte mit auf die Heimreise zu nehmen. Erfurts Trainer hatte umgestellt und brachte Tess Rountree auf der diagonalen Angriffsposition für die zuletzt nicht überzeugende Canace Finley. Die Umstellung zeigte Wirkung, denn 25-jährige Tess schien sich auf der neuen Position wohler zu fühlen. Lockerer in der Spielweise, steuerte sie noch fünf Aufschlagpunkte bei. Überhaupt war das Eröffnungselement eine der Stärken der Thüringerinnen, mit dem sie dem Tabellendritten immer wieder Probleme bereiteten. Schade nur, dass sie im ersten Satz kein Kapital daraus schlagen konnten. Eine 22:18-Führung wurde noch hergeschenkt, weil im Satzfinish die Annahme nicht präzise genug war und nicht die junge Zuspielerin Antonia Greskamp erreichte. Beim 24:26 war mehr drin.

Auch im zweiten Satz spielten die SWE-Damen lange auf Augenhöhe mit (8:7, 16:15, 19:21). Mussten am Satzende jedoch abreißen lassen. Ein starker Satzbeginn in Durchgang drei (8:3) zeigte, dass sich die Erfurterinnen noch lange nicht geschlagen geben wollten. Das Niveau konnten sie dann jedoch nicht halten und gerieten zur zweiten technischen Auszeit mit 12:16 in Rückstand. Diesen verwaltete der DSC bis zum 20:24 und hatte vier Matchbälle. Das 0:3 schien praktisch festzustehen. Doch man musste den Hut vor den SWE-Spielerinnen ziehen, die sich ihrem Schicksal nicht einfach fügten. Nervenstark servierte Paula Reinisch ein Aufschlag nach dem anderen, Dresden produzierte Fehler im Angriff und am Netz machte die beim 21:24 eingewechselte Canace Finley das, was man zuletzt von ihr oft vermisste – Punkte. Erfurt wehrte alle Matchbälle ab und hatte zwei Mal selbst Satzball, die jedoch nicht verwertet wurden. Im dritten Anlauf klappte es dann, Erfurt holte sich den Satz mit 28:26 – eigentlich unglaublich.

Klar, dass das am Ego der Gäste nagte. Diese dominierten den vierten Durchgang, wenngleich Schwarz-Weiß beim 13:13 nochmal den Ausgleich schaffte. Dann setzten sich die Sachsen jedoch entscheidend ab (13:16, 15:21) und brachten diesmal den Vorsprung zum 17:25 durch. Letztendlich ein verdienter Gästesieg, der allerdings schwer erkämpft war. Die Erfurterinnen wurden derweil von ihren Zuschauern mit anerkennendem, verdientem Applaus bedacht – Balsam für das zum Ende der Hinrunde berechtigt in die Kritik geratene Team.

Am Mittwoch geht es für das Kronseder-Team in den Norden zum Meister SSC Palmberg Schwerin, wo man ganz locker aufspielen kann. Danach folgt am kommenden Samstag das mit Spannung erwartete Thüringenderby gegen Suhl in heimischer Halle. Eigenwerbung haben Sindy Lenz & Co. jedenfalls mit ihrem Auftritt betrieben – eine ausverkaufte Halle dürfte garantiert sein. (StS)



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