Fiddlers Green im Gewerkschaftshaus – neuer Termin!

Foto: Holger Fichtner

Die irischen Folk-Rocker von Fiddler’s Green wollten ihr aktuelles Top-10-Album “Heyday” am 27.04.2019 im HSD Gewerkschaftshaus in Erfurt präsentieren  – doch der Termin muss krankheitsbedingt verschoben werden. Neuer Termin ist der 6. September 2019.

 

Wir befinden uns im Jahr 2019 n.Chr. Ganz Musikland ist von gecasteten Superstars sowie beliebiger Austauschware besetzt und darbt unter immer geringer werdenden Verkäufen. Ganz Musikland? Von wegen… Seit fast 30 Jahren sind ​Fiddler’s Green so etwas wie das gallische Dorf unter den einheimischen Rockbands. Ihre Form des Widerstandes gegen die herrschenden musikalischen Konventionen? Als deutsche Band verrockte irische Musik spielen! Anfangs immer mal wieder belächelt, steht das Sextett heute besser da denn je und kann sich zu Recht als eine der erfolgreichsten Bands des Landes bezeichnen.

„Wir bekommen natürlich mit, was um uns herum passiert und es gibt etliche Musiker, die echte Probleme haben. Wir hingegen hatten das Glück, immer erfolgreicher zu werden“, sinniert Akkordeonist Stefan Klug. Stimmt. Mit Alben wie “DEVIL‘S DOZEN” oder “WINNERS & BOOZERS” ging es in diesem Jahrzehnt in die Top Ten, die Hallen werden immer voller und größer, und aus dem seit 2009 selbst veranstalteten SHAMROCK CASTLE Festival ist inzwischen ein mehrtägiges Event geworden. „Wir waren immer sehr konsequent und haben unseren Stil nie verleugnet. Wir wollen uns aber nicht wiederholen, sondern unser Spektrum erweitern, verfeinern, ja perfektionieren“. Ihr neues Album ​“HEYDAY” (VÖ: 8. März 2019) unterstreicht diesen Anspruch geradezu lautstark. Gemeinsam mit Produzent Jörg Umbreit (u.a. In Extremo, Dritte Wahl) haben die Musiker 15 Songs festgehalten, die alles mitbringen, was Fans an den Fiddlers lieben, dabei überraschend frisch klingen und mit teilweise ungewohnter aber äußerst angenehmer Wucht daherkommen. Dazu passen die Bonustracks, auf denen sich die Band von ihrer „extrem rohen und schnellen Seite zeigt“, wie Pat meint. „Da haben wir ein paar alte Songs von uns genommen und mal ein wenig aufgepeppt. Und es gibt sogar einen neuen Song mit einem Bandmitglied, das seine CD-Premiere als Sänger feiert“, gibt er sich geheimnisvoll.

„Ich finde, HEYDAY klingt insgesamt vielleicht ein bisschen moderner“, erklärt Gitarrist Pat Prziwara. Bei Titeln wie […] der ersten Single „No Anthem“ hört man ganz klar die bandtypischen irischen Elemente heraus, allerdings ist der klangliche Rahmen aufgefrischt worden. „Es mag sein, dass Jörgs wohltuender Einfluss dahin gewirkt hat, dass sich die neuen Songs etwas anders anfühlen“, sagt Pat und lacht dabei. „Wir kennen uns jetzt schon vier Jahre und inzwischen nehmen weder Jörg noch wir eine Hand vor den Mund, was zu einem wunderbaren unzensierten Austausch führt, der die musikalische Zusammenarbeit bereichert“.

Der Band ist es ein großes Bedürfnis, mit „No Anthem“ auch politisch Stellung zu beziehen und eine deutliche Kante gegen den zunehmenden Rechtsruck zu zeigen, der sich derzeit nicht nur durch Deutschland und Europa zieht. „Wer uns persönlich oder als Band kennt, dem reicht eigentlich der gesunde Menschenverstand, um zu erkennen, wo wir stehen“, erklärt Stefan. „Vor zehn Jahren gab es eben noch nicht diesen Mitteilungsbedarf“, merkt Gitarrist Pat Prziwara an. „Heute kannst du nicht oft genug Stellung beziehen, man darf dessen nicht müde werden und gerade wenn du in der Öffentlichkeit stehst, bist du doch quasi dazu verpflichtet.“

Dementsprechend präsentiert sich der Track als moderner Protestsong, von der Haltung und Energie dem Schaffen eines Joe Strummer oder Frank Turner nicht unähnlich. Aber mit „This is not an anthem, this is a real rebel song“ eben typisch Fiddler’s Green. „Der sogenannte Rebel Song ist integraler Bestandteil der irischen Kultur“, nickt Stefan. „Und wenn du irisch beeinflusste Musik mit einer Aussage verbinden möchtest, liegt es natürlich nahe, einen zeitgemäßen Rebel Song zu schreiben. Andererseits pflegen die Iren auch die Tradition der Trinklieder, der wir uns ebenfalls sehr verbunden fühlen“, führt er weiter fort.

Natürlich wird die Band „HEYDAY“ auch live quer durch die Republik und im benachbarten Ausland präsentieren. Hier erwartet den Zuschauer dann genau die von Fiddler’s Green gewohnte gebündelte Ladung aus gnadenloser Spielfreude und einem irish-folkigen Punkrock-Hitfeuerwerk, das niemanden mehr stillstehen lässt. Auch nach fast drei Dekaden schaffen sie es immer wieder, sich selbst und die Fans – gerade auch auf ihren Live-Shows – zu überraschen. Auch wenn mit dem neuen, mittlerweile 14. Studioalbum „HEYDAY“ der ganz große Wurf gelingen könnte: Verbiegen werden sich sich Fiddler’s Green dafür keinesfalls.