Geschenke der besonderen Art: Nothosaurus-Schädel und Körperfossil für das Naturkundemuseum Erfurt

Geschenke der besonderen Art: Nothosaurus-Schädel und Körperfossil für das Naturkundemuseum Erfurt



Das Naturkundemuseum Erfurt erhält vom Mitglied des Fördervereins Sebastian Brandt zwei außerordentlich wertvolle Fossilien als Sachspende.

Foto: Präparator Sebastian Brandt und Matthias Hartmann, Direktor des Naturkundemuseums, zeigen die besonderen Fossilien.
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Die Spende besteht aus dem wohl besterhaltenen Schädel eines Nothosaurus jagisteus (Oberer Muschelkalk) in Deutschland. Das Tier, gefunden von Hubert Klein in Franken, wurde von Sebastian Brandt in langwieriger Feinarbeit exzellent freipräpariert. Der Kopf ist beeindruckend dreidimensional erhalten und fast vollständig.

Das Fossil befindet sich bereits in der wissenschaftlichen Bearbeitung der Universität Zürich (Tobias Reich). Scans dieses Kopfes lieferten völlig neue Erkenntnisse zur Schädelanatomie und Sensorik von Nothosauriern generell. Dieser „Nothoschädel“ wurde damit zum Referenzstück für viele weitere Forschungsarbeiten.

Bei dem zweiten fast ebenso wertvollen Fossilstück handelt es sich um ein Körperfossil des Schmelzschupperfisches Colobodus maximus aus dem Oberer Muschelkalk von Bucha/Jena. Gefunden wurde es beim Bau des Jagdbergtunnels an der A4.

Das extrem seltene Fossil, eingebettet in eine brotleibförmige Kalksteinkonkretion, wurde von Sebastian Brandt ebenfalls aufwendig mechanisch freigelegt. Dabei kam das bisher beste und vollständigste Fossil des Fisches Colobodus maximus zum Vorschein und lieferte eine Vielzahl bisher unbekannter anatomischer Details.

Diese Art lebte bodenbezogen am Grunde des Muschelkalkmeeres und war mit seinem kräftigen Knackgebiss in der Lage schalentragende Tiere zu erbeuten. Das Fossil wurde von Deutschlands größter Fossilien Community www.steinkern.de zum Fossil des Jahres 2010 gewählt.

Beide Fossilien sind ca. 235 Millionen Jahre alt. Museum und Verein sind Sebastian Brandt für diese großzügige Spende zu großem Dank verpflichtet. Die Sammlung erhält dadurch einmalige Stücke von hohem wissenschaftlichem Wert.



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