Guest Lecture von Adi Sherzer-Druckman am Max-Weber-Kolleg

Um „Nationale Feiertage in Israel: Typisch jüdisch oder typisch israelisch?“ geht es in einer Gastvorlesung von Adi Sherzer-Druckman, zu er das Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt am Montag, 20. Januar, alle Interessierten herzlich einlädt. Beginn ist um 12.30 Uhr in den Räumen am Steinplatz 2.

Adi Sherzer-Druckman ist Spezialist für neue jüdische Rituale, die in und außerhalb Israels geschaffen und durchgeführt werden, um jüdische Identität zu stärken und neu zu definieren. In seinem Vortrag  „The Zionist-Mamlakhti Holiday Cycle: Between the Jewish and the Israeli“ diskutiert er Mamlakhtiyut, die Bemühungen der zionistischen Bewegung ab den 1930er-Jahren, neue jüdische bzw. israelische Rituale zu etablieren und „nationale“ Festtage zu schaffen, die sich an diverse Feiertagsrituale aus der jüdischen Diaspora anlehnen, diese aber neu interpretieren. Hinter diesen Bemühungen steckte die Sorge, dass der Holocaust nicht nur die europäischen Juden ausrotten wollte, sondern auch alle europäische jüdische Kultur. Deshalb sollte, laut Mamlakhtiyut, jüdische Kultur in Israel nationalisiert werden, an israelische Identität angebunden sein und sie neu definieren. Sherzer-Druckman legt bei seinem Vortrag ein besonderes Augenmerk auf die Beziehung zwischen traditioneller jüdischer Religiosität, die sich in herkömmlichen Familienritualen äußert, und neu erwachendem nationalem Bewusstsein in neu geschaffenen oder uminterpretierten Ritualen – ein Thema, das sich eng an die Arbeit des Research Centre „Dynamik ritueller Praktiken im Judentum in pluralistischen Kontexten von der Antike bis zur Gegenwart“ anschließt.

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Quelle: https://aktuell.uni-erfurt.de/2020/01/07/guest-lecture-von-adi-sherzer-druckman-am-max-weber-kolleg/