Das Bahnhofsquartier hat eine zentrale Bedeutung für Erfurt, da es den Hauptbahnhof als wichtigen ICE-Knoten mit der Innenstadt und der Altstadt verbindet. Im bestehenden Sanierungsgebiet ALT489 „Bahnhofsquartier Erfurt“ konnten bereits viele städtebauliche Mängel behoben und wesentliche Sanierungsziele erreicht werden. Anders stellt sich die Situation im westlichen Teil des Bahnhofsquartiers dar, der außerhalb des bisherigen Sanierungsgebietes liegt. Hier bestehen weiterhin erhebliche städtebauliche und funktionale Mängel. Besonders betroffen sind ehemalige Bahnbetriebsflächen und deren Umfeld. Die bestehenden Missstände wirken sich teilweise auch auf die angrenzenden Quartiere aus.
Um diese Bereiche langfristig aufzuwerten und städtebaulich neu zu ordnen, prüft die Stadt Erfurt daher, ob ein neues Sanierungsgebiet ausgewiesen werden soll. Dafür sind zunächst sogenannte vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch (BauGB) erforderlich. Sie sollen klären, wie groß der Sanierungsbedarf ist, welche Ziele verfolgt werden sollen und ob eine Sanierung grundsätzlich umsetzbar ist. Dabei werden auch mögliche Auswirkungen auf die Lebenssituation der unmittelbar Betroffenen untersucht.
Die Vorbereitenden Untersuchungen wurden mit Stadtratsbeschluss StR 015/2024 vom 6. November 2024 eingeleitet. Die Stadt Erfurt, vertreten durch das Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung, hat dafür entsprechende Planungsleistungen beauftragt. Untersucht werden die westlich an das Sanierungsgebiet ALT489 „Bahnhofsquartier Erfurt“ angrenzenden Flächen zwischen Juri-Gagarin-Ring und Löberstraße.
Bei der Bürgerinformation geht es unter anderem um die bereits erfassten städtebaulichen Mängel und Konflikte, aber auch um vorhandene Qualitäten und Entwicklungsmöglichkeiten. Das Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung lädt gemeinsam mit der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen und dem beauftragten Planungsbüro Quaas zu der Veranstaltung ein.
Mit dem Abschluss der vorbereitenden Untersuchungen wird ein Abschlussbericht veröffentlicht. Darin werden die Ergebnisse, die angestrebten Sanierungsziele und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen zusammengefasst.
Die angestrebte städtebauliche Entwicklung und Aufwertung des westlichen Bahnhofsquartiers soll dazu beitragen, bestehende städtebauliche Missstände zu beheben, das Gebiet besser mit der Innenstadt und den angrenzenden Quartieren zu verknüpfen und damit eine nachhaltige Entwicklung des innerstädtischen Bereichs zu unterstützen. Die Entwicklung könnte mittelfristig wichtige Impulse für die weitere Stärkung der südlichen Altstadt geben und damit über das eigentliche Untersuchungsgebiet hinauswirken.
