Irgendwie war diesmal alles anders


Unglaubliche 15 Jahre, 8 Monate und 20 Tage war er her – der letzte Sieg der Erfurter Volleyballerinnen in einem Pflichtspielderby gegen den Südthüringer Rivalen. Am Mittwochabend ging diese fast unglaubliche Serie zu Ende – der Bann war gebrochen.

Nur wenige der am Mittwoch in der Suhler Sporthalle Wolfsgrube versammelten 1100 Zuschauer dürften sich noch an den 1. März 2003 erinnern. Damals gewann der TuS Braugold Erfurt in der proppenvollen heimischen Sporthalle am Sportgymnasium gegen den VfB 91 Suhl nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2. Am Ende der Saison stiegen beide erstmals in die 1. Bundesliga auf. In den folgenden acht Duellen hieß der Sieger stets VfB Suhl. Zwei der Protagonisten auf Erfurter Seite, die am 21. November Historisches für die Landeshauptstädterinnen schafften, können sich definitiv nicht an das damalige Spiel erinnern. Im Kindergartenalter – der Schulranzen war noch nicht mal bestellt – war wohl kaum zu erahnen, dass Paula Reinisch und Antonia Greskamp später zu der Mannschaft gehören, die viele Erfurter Fans vom Trauma Thüringenderby erlösen sollten.

An besagtem Mittwochabend war alles anders. Bis auf die 2:3-Niederlage in der Saison 2016/17, hatte Erfurt in den Duellen mit den Südthüringerinnen kaum etwas zu bestellen. Mit dem Punktgewinn nach starker Leistung gegen den amtierenden Meister SSC Palmberg Schwerin im Gepäck und bestärkt durch den 3:1-Sieg im Testspiel wenige Wochen zuvor, reisten die Schwarz-Weiß-Damen durch den Rennsteigtunnel, um endlich den Fluch von Suhl zu beenden. Mit einem unglaublichen Selbstbewusstsein traten sie dann ab 19 Uhr vor großer und lautstarker Kulisse auf, spielten sehr diszipliniert und ließen sich auch bei knappen Spielständen nicht aus der Ruhe bringen. Das favorisierte Gegenüber erwischte einen gebrauchten Tag und trug mit einer hohen Eigenfehlerquote zum letztlich verdienten 3:0 der Erfurterinnen bei – darüber waren sich beide Fanlager nach Spielende einig. Die Spielerinnen um die bärenstark spielende und zur MVP gekürte Kapitänin Sindy Lenz hatten sich die zwei freien Trainingstage zusätzlich zum darauf folgenden freien Wochenende wirklich verdient. Die Laune zur mannschaftsinternen Thanksgiving-Feier at The Day after dürfte bestens gewesen sein.

Am Montag beginnt dann wieder die Vorbereitung auf die nächste Partie. Am 1. Dezember ist um 18 Uhr der SC Potsdam in der Riethsporthalle zu Gast. (StS)



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