eine Frau und ein Mann stehen in einer Gemäldegalerie

Die gebürtige Wienerin Isabella Straub hat mit ihrer Bewerbung die elfköpfige Jury überzeugt. Sie übernimmt ab dem 1. April 2023 das symbolische Amt der Stadtschreiberin und wird vier Monate in Erfurt wirken und arbeiten. Unter 41 Bewerberinnen und Bewerbern setzte sich die Schriftstellerin und Journalistin mit ihrer Bewerbung und dem Romanprojekt „Der Kratzer“ durch.

Seit 2002 vergibt Erfurt den Stadtschreiber-Literaturpreis. Alle drei Jahre ehrt die Landeshauptstadt deutschsprachige bzw. deutsch schreibende Autorinnen und Autoren, die die Literatur der Gegenwart mit ihren Werken beeinflussen und prägen.

Wer Stadtschreiberin 2023 werden soll, entschieden vergangene Woche elf Jurorinnen und Juroren, darunter der Erfurter Kulturbeigeordnete, der Kulturdirektor, Stadtratsmitglieder, Erfurter Autorinnen wie Franziska Waldner, TA-Chefredakteur Jan Hollitzer, Herbstlese-Vorstand Dirk Löhr und der Erfurter Stadtschreiber des Jahres 2019, Tom Schulz.

Am Montag begrüßte der Beigeordnete für Kultur und Stadtentwicklung, Dr. Tobias J. Knoblich, die nunmehr neunte Preisträgerin zu einem ersten Gespräch im Angermuseum. „Wir freuen uns sehr, dass Isabella Straub einen frischen Blick auf Erfurt werfen wird und die gesamte Stadt für ihre Arbeit in den Blick nehmen möchte. Wir sind schon sehr gespannt, wie sich der Aufenthalt in der Thüringer Landeshauptstadt auf ihr Werk auswirken wird“, sagte Knoblich.

Isabella Straub gab zum Gespräch Einblicke in ihr bisheriges Wirken und ihre Vorhaben für die Zeit in Erfurt. So möchte sie beispielsweise Schreibwerkstätten im Erfurter Norden anbieten.

Isabella Straub lebt und arbeitet in Klagenfurt am Wörtersee.  Zuletzt wurde sie mit dem 3. Platz des Literaturpreis Floriana und dem 2. Platz  des österreichischen Literaturpreises für Erzählungen ausgezeichnet. Darüber hinaus war sie 2021 Jahresstipendiatin des österreichischen Bundeskanzleramts für Kunst und Kultur, erhielt ein Arbeits- und Finalisierungsstipendium des Landes Kärnten sowie ein Aufenthaltsstipendium der Roger Willemsen-Stiftung in der Villa Willemsen Hamburg.

Nach ihrem 1993 abgeschlossenen Studium der Germanistik und Philosophie in Wien und Klagenfurt hat Isabella Straub zunächst als Journalistin und später als Werbetexterin gearbeitet. 2008/09 absolvierte sie die Leondinger Akademie für Literatur. 2013 veröffentlichte sie ihren ersten Debütroman „Südbalkon“. Auch in Erfurt ist die Österreicherin keine Unbekannte. Im Jahr 2014 war sie im Rahmen der Frühlingslese des Herbstlese e. V. zu Gast.

Warum es sie erneut nach Erfurt trägt? Sie sagt: „Erfurt ist für mich sowohl idyllische Innenstadt als auch Plattenbaugebiet am Roten Berg mit enormem Inspirationspotenzial.“ Denn Plattenbauten spielen auch eine wichtige Rolle in ihrem derzeitigen Romanprojekt, das sie in Erfurt vollenden möchte.

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