Luftschrägaufnahme eines großflächigen Gebäudes

Die Stadt Erfurt wird in ihre Eishockeyhalle an der Arnstädter Straße investieren. Sie gibt damit der im Volksmund als “Kartoffelhalle” bekannten Anlage eine Zukunft. Einstimmig haben sich die Mitglieder des Werkausschuss des Erfurter Sportbetriebes (ESB) für die Sanierung ausgesprochen.

Foto: Idealer Standort: Die „Kartoffelhalle“ befindet sich unmittelbarer Nähe zur Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle weiteren überregional bedeutenden Sportanlagen.
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

„Die Entscheidung ging ohne Diskussionen durch“, sagte Erfurts Wirtschafts- und Finanzbeigeordneter Steffen Linnert. Schon bis Ende des Jahres soll nun die veraltete Belüftungs- und Heizungsanlage erneuert werden. Sie entspricht nicht mehr den aktuellen Bestimmungen, war zunehmend aber auch zur Belastung geworden, weil die Luft für die Sportler und die maximal 1.500 Besucher immer schlechter wurde. Der sehr engagierte Erfurter Eishockeyverein „Black Dragons“ hatte das immer wieder zu Recht moniert. Für die Belüftungsanlage mit Heizung wird die Stadt nun einen mittleren sechsstelligen Betrag ausgegeben. Außerdem werden in den nächsten zwei Jahren weitere „Sowieso-Maßnahmen“ erfolgen, wie es der 1. Werkleiter des ESB, Jens Batschkus, ausdrückt. Dazu gehören u.a. die Dachsanierung mit Rauchabzügen im Dach, eine neue Beleuchtung, eine neue Bande und neue Brandschutztüren, eine Beschallungsanlage – insgesamt eine Investition von rund 3 bis 3,5 Millionen Euro.

Mit der Investitionsentscheidung setzt die Stadtverwaltung die erste Weiche für die Entwicklung der Eishalle zum modernen Eissportzentrum. Vorbei die Zeit, als mit dem baulichen Provisorium aus DDR-Zeiten gehadert wurde. In den 70-er Jahren war die Eislauffläche mit einer damals typischen landwirtschaftlichen Produktionshalle überdacht worden. Diese war „Typ Kartoffelhalle“, somit hatte der Neubau seinen Spitznamen weg. Weil diese Konstruktion alles andere als ideal war und ist, wurde in den vergangenen Jahren immer wieder über einen Neubau diskutiert, nun aber schlussendlich verworfen. „Natürlich ist ein kompletter Neubau immer das Bessere. Aber dafür braucht man Platz, einen geeigneten Standort, auch eine Verkehrsanbindung. Beides ist problematisch in Erfurt“, sagte Linnert. Die bestehende Anlage, so der Beigeordnete habe durchaus Potential für ein neues Eisstadion, „das den heutigen Anforderungen vollkommen genügt“.

Um die Eishalle weiter zu entwickeln, plant die Stadtverwaltung auch den Bau einer neuen Haupttribüne längst zur Arnstädter Straße samt Funktionsräumen. „Das sind aber Millionenbeträge, die nur mit großzügiger Unterstützung des Landes gehen“, so Linnert. Gespräche mit dem Bauministerium sind schon geführt worden. Linnerts Hoffnung ist, dass diese Investition bereits im Landeshaushalt 2021 verankert wird. „Schließlich gibt es im Freistaat nur zwei Eishockeyhallen, unsere und die in Ilmenau. Da kann sich das Land schon engagieren für diese Traditionssportart.“

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