eine Frau sitzt mit zwei Kindern auf dem Boden und liest in einem Buch



Heute ist der 17. bundesweite Vorlesetag. Er findet jährlich am dritten Freitag im November statt, daran kann auch Corona nichts ändern. Abgesehen vom traditionellen Besuch des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow in der Bibliothek Krämpfervorstadt müssen die städtischen Kindertageseinrichtungen sowie die Kinder- und Jugendbibliothek Erfurt aufgrund der Zugangsbeschränkungen in diesem Jahr erstmals auf prominente Vorlesende und geladene Gäste verzichten. Das soll die Botschaft des Tages aber nicht schmälern. Lesen und Vorlesen sind so wichtig wie eh und je.

Foto: Cornelia Nietzold, Erzieherin in der Kita Wirbelwind, liest den Kindern regelmäßig vor.
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

„Bei uns ist eigentlich an jedem Tag Vorlesetag“, sagt Kristin Schmidt, Leiterin der Kita Wirbelwind, „aber heute habe ich extra meinen Diaprojektor von zu Hause mitgebracht. Gerade im Zeitalter der neuen Medien können die alten Medien zur Entschleunigung und Reizreduzierung beitragen. Für die Kinder ist es entspannender, Geschichten zu lauschen, während sie Standbilder betrachten.“ Und den Kleinen gefällt es sichtlich gut. Gespannt verfolgen sie die Abenteuer des Rotkäppchens auf der Leinwand. Kristin Schmidt ergänzt: „Vorlesen ist bereits für Kinder im in sehr jungem Alter wichtig. Es fördert nicht nur die Sprachentwicklung der künftigen Schulanfänger, sondern regt auch deren Fantasie und Kreativität an.“ Ein Gerät, welches den Kleinsten das Vorlesen auf eine besondere Art und Weise näher bringen soll, ist das Kamishibai. Dieses findet nicht nur in der Einrichtung „Wirbelwind“ Anwendung, sondern wird auch in der städtischen Kinder- und Jugendbibliothek gern genutzt. Bibliotheksleiterin Marina Glöckner weiß: „Das Kamishibai kommt aus der japanischen Kultur. Es ist dort noch heute in fast jedem Haushalt zu finden. Das Kamishibai ist ein Erzähltheater, in welches große Bilder zu unterschiedlichsten Themen geschoben werden können, während ein Erwachsener eine Geschichte dazu vorliest.” Dieses Erzähltheater ist übrigens in allen Erfurter Bibliotheken ausleihbar.

Wer jetzt denkt, Vorlesen sei nur für Kinder wichtig, der irrt. “Ich lasse mir zum Beispiel selbst noch gern vorlesen und mich an andere Orte entführen“, sagt Marina Glöckner. „Man sollte in jedem Alter seine Fantasie behalten. Außerdem können Menschen durch das Vorlesen, Zuhören und Betrachten der Bilder zusammen sein und ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln.“ Gerade in schwierigen Zeiten ist es umso schöner, Zuhörende unterschiedlichen Alters durch Vorlesen in eine Fantasiewelt, fernab jeglicher ungewohnter Umstände, zu versetzen. 



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