Marstallstraße

1. April 2021
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Von Heinz Zufall

Erfurt. Die in der Altstadt gelegene Marstallstraße trägt diesen Namen seit 1890, zuvor hieß sie seit 1826 „Marstallgasse“, davor seit 1705 „Beim Marstall“.

Situation im 18. Jahrhundert
Marstallstraße
Blick zum ehemaligen Marstallgelände um 1905 von der damaligen Kasinobrücke (heute Meister-Eckehart-Brücke)

Ursprünglich reichte der Straßenzug nur von der Langen Brücke bis zur heutigen Markgrafengasse, denn das Grundstück der Statthalterei, der heutigen Staatskanzlei, reichte damals noch bis ans Ufer des Breitstroms, sofern man dem alten Stadtplan Glauben schenken darf.

Als Marstall wurde ursprünglich eine fürstliche Stallung bezeichnet, in der die Pferde, Wagen, Kutschen und Geschirre untergebracht wurden. Und in der Tat legte der Statthalter von Boineburg hier 1705 eine solche Stallung für seinen „Fuhrpark“ an, nachdem zuvor das hier stehende Gasthaus „Zum grünen Schild“ niedergelegt und vollständig abgerissen worden war.

Das „Grüne Schild“ galt im 16. und 17. Jahrhundert als das vornehmste Gasthaus der Stadt. Der Standort war ungefähr da, wo sich heute die Grundstücke Marstallstraße 5 bis 7 und Zur grünen Schildmühle 2 bis 6 befinden.

Vor 1705 hieß die Straße übrigens Markgrafengasse. Diese Bezeichnung wurde dann aber der anliegenden ehemaligen Weinfassgasse gegeben.