Mini-Game-Automaten in den Händen der Erfurter

Ein neuer Trend wird sich auf den Straßen Erfurts in den nächsten Monaten breit machen. Genauer gesagt, in den Händen der Erfurter. Die Rede ist von den Tiny Arcades – kleinen Spielautomaten, die Spieleklassiker vergangener Dekaden erneut auf den Bildschirm holen. Und das ganz praktisch im Mini-Taschenformat.

Das TinyCircuits Projekt aus dem US-amerikanischen Ohio ist verantwortlich für die neuen Miniatur-Spiele für unterwegs. Die Tiny Arcades sind winzig kleine Arcade-Spielautomaten, die genauso aussehen, wie ihre großen Spielhallen-Verwandten. Mit dem Unterschied, dass sie gerade mal die Größe einer Kinderhand haben. Die winzigen Spielautomaten verfügen über ein Mini-OLED Display, einen kleinen Joystick, zwei Buttons und einen Lautsprecher. Für noch mehr Spielspaß sorgt die Selbstbastler-Variante der Mini-Automaten. Man erhält alle nötigen Teile und steckt sich den Tiny Arcade eigenhändig zusammen. Einfache Sticker sorgen für mehr Design, wenn man will. Binnen weniger Sekunden kann man dann anfangen, zu spielen– Fingerspitzengefühl vorausgesetzt.

Bisher gibt es vier verschiedene Games, mindestens 20 sollen es werden. Die Spiele werden via MicroSD-Karte in den kleinen Automaten gepackt, sodass man variabel nach Lust und Laune verschiedene Spiele ausprobieren kann. Neben “Tiny Invaders”, der kleinen Variante von “Space Invaders” und dem Mini-Ego-Shooter “3D-Attack”, gibt es momentan das Autorennspiel “3D Driving”. Das Spiel ist der moderne Nachfolger des Games “Out Run”, dass 1986 von Sega auf den Markt gebracht wurde. Das wohl bekannteste Spiel der Tiny Arcades ist im Moment “Flappy Birdz”, die kleine Kopie des mobilen Kurz-Klassikers “Flappy Bird”. Das Original kam 2013 auf die deutschen Smartphones, Tablets und Co und verschwand zum Entsetzen aller 2014, weil der Entwickler das Suchtpotenzial des Spiels nicht beabsichtigt hatte. Ob es bei den Tiny Arcades ähnlich sein wird, wird sich zeigen.

Das Prinzip der Arcade-Games ist wie bei den meisten Sucht-Spielen sehr einfach. Deshalb kommen sie bei Millionen von Menschen gut an. Jüngstes Beispiel ist “Agario”. Das kugelige Kultspiel, das man unter anderem auf Browsergames kostenlos spielen kann, zog 2015 innerhalb weniger Wochen mehrere Millionen Spieler in seinen Bann. Ähnlich wie bei “Flappy Bird” oder auch “Space Invaders” verbringt man schnell sehr viel Zeit mit dem Spiel. Denn ist man im Spiel einmal gestorben, beginnt man wieder ganz von vorne.

Momentan sind die Tiny Arcade noch ein Kickstarter Projekt, das in den Kinderschuhen steckt. Man rechnet aber damit, dass die Mini-Spiele, ähnlich wie das Tamagotchi in den 1990ern, einen riesigen Hype auslösen werden. Nicht zuletzt, weil sie Game-Klassiker aus allen Dekaden wieder zum Leben erwecken wollen. Man darf sich also nicht wundern, wenn in den nächsten Monaten viele Menschen in den Erfurter Straßen unterwegs sind und versuchen, auf kleinsten 96×64 OLED Displays große Spieleklassiker zu meistern!

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