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Es ist Samstag, der 6. März, kurz vor 18 Uhr. Gleich pfeift Schiedsrichter Tobias Markfeld das zehnte und zugleich letzte Heimspiel der Saison 2020/2021 von Schwarz-Weiß Erfurt in der 1. Bundesliga an. Während sich die Mannschaften aus Erfurt und Suhl fürs Thüringenderby warmspielen, geht ein letzter prüfender Blick von Supervisor Frank Garthoff auf das Spielfeld. Alles in Ordnung, keine Beanstandungen, das Spiel kann beginnen.

Bis es jedoch so weit ist, muss viel vorbereitet werden. Die Aktivitäten laufen meistens schon mehrere Tage doch der eigentliche Kraftakt – im wahrsten Sinne des Wortes – erfolgt am Vorabend der Heimpartien. Es gilt, aus einer multifunktionalen Schulsporthalle eine den Anforderungen der 1. Volleyball-Bundesliga gerecht werdende Spielstätte herzurichten. Hier kommen die freiwilligen Helfer ins Spiel – Vereinsmitglieder und sportbegeisterte Freunde, denen das Projekt „Volleyball in Erfurt“ auf Vereins- und Bundesligaebene am Herzen liegt. In den letzten Jahren hat sich dabei ein Pool von ca. 40 – 50 Freiwilligen herausgebildet, die so oft wie möglich zur Stelle sind wenn es darum geht, die Heimspiele abzusichern. Da, bis auf eine Ausnahme, in dieser Saison keine Zuschauer zugelassen waren, entfielen zwar die Posten für den Publikumsbetrieb, ein positiver Fakt war das aber nicht wirklich.

Es gibt viel zu tun. Während 24 Rollen Volleyballboden, von denen jede gut 100 kg wiegt, ausgelegt, gewendet und verklebt werden, beginnt parallel das Aufstellen der Banden um das Spielfeld. Die 22, fast zwei Zentner wiegenden Rotorbanden werden zu zweit von den Wagen herunter- und nach Spielende wieder hochgehoben: harte Männerarbeit! Aber es gibt nicht nur Helfer, sondern auch Helferinnen, die mit Spaß tatkräftig mit anpacken. Schließlich müssen Bodenwerbung aufgebracht, Tische und Stühle gestellt, Werbebanner an die Wände und die vielen kleine Dinge zurechtgelegt werden, die am Spieltag gebraucht werden. Mittlerweile hat die Helfercrew viel Routine entwickelt, alles geht Hand in Hand zügig voran.

An diesem letzten Heimspieltag 2020/2021 ist nur eines anders: Rund um das Spielfeld stehen diesmal LED-Banden. Wegen des Fernsehspieles zur Pflicht, bekamen wir diese leihweise vom Thüringer HC zur Verfügung gestellt. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle nach Bad Langensalza für die Unterstützung! SWE-Man-Power verlud diese auf den angemieteten 7,5-Tonner, um die hochwertige Fracht gut hin und zurück zu bringen. Ein Aufwand, der sich nach Meinung aller im Mehrwert für unseren Sport niederschlug.

Als Tobias Markfeld um 20.21 Uhr das Tiebreak-Match abpfiff, scharrten unsere fleißigen Helfer bereits mit den „Hufen“. Nachdem die Fernsehteams ihre Kameras ausgeschaltet hatten, ging es los. Wie in einem Ameisenhaufen schwärmen alle aus, jeder und jede packt mit an – wegräumen, zusammenrollen, abhängen, einlagern. Alle machen mit und ein bisschen Spaß gehört auch dazu, wenn die Jüngsten auf den Rollbrettern zu den transportfertigen Fußbodenrollen surfen. Gegen 22 Uhr ist die Riethsporthalle wieder leergeräumt, aus buntem Bundesligaflair wieder eine in weiß gehaltene Sporthalle geworden.

In jeder Saison leisten Mitglieder und Freunde des SWE Volley-Teams in ihrer Freizeit mit Muskelkraft und Engagement einen wesentlichen Beitrag, dass die erste Vereinsmannschaft, Schwarz-Weiß Erfurt, in der 1. Volleyball-Bundesliga spielen kann. Bei keinem Heimspiel gab es Beanstandungen seitens der VBL.

An dieser Stelle möchten wir, Geschäftsführer Christian Beutler und der Vorstand des SWE Volley-Teams, noch einmal von ganzem Herzen DANKESCHÖN sagen. Ihr habt Großes geleistet! Großer Dank gilt ebenso unseren Ballrollerinnen und -rollern sowie unserem Kommentatoren-Team Jens und Michael!

Sobald es wieder möglich ist, werden wir uns mit einem Grillabend an anderer Stelle für euren Einsatz bedanken. Bis dahin bleibt vor allem gesund! StS

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