eine demonstrierende Menschenmenge mit Transparenten und Bannern vor Häuserkulisse



Am Mittwoch, dem 9. Februar 2022, von 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr sprechen Detlef Pollack und Stefan Locke im Rahmen der Reihe VHS – Wissen live in einem Online-Vortrag über „Das unzufriedene Volk: Protest und Ressentiment in Ostdeutschland von der friedlichen Revolution bis heute“.

Foto: Domplatz im November 1989
Foto: © Stadtarchiv Erfurt

Ostdeutsche stilisieren sich im öffentlichen Diskurs oft als Opfer der deutschen Einheit. Tatsächlich haben sie sich aber von der friedlichen Revolution bis heute als mächtiger politischer Akteur erwiesen. So ging im revolutionären Umbruch von 1989 die Dynamik nicht von der kleinen Schar der Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler aus, sondern von der Bevölkerung. Heute beherrscht die ostdeutsche Bevölkerung durch ihr Wahlverhalten und nicht zuletzt durch ihren Opferdiskurs die öffentlichen Debatten. Am ostdeutschen Protestverhalten lässt sich begreifen, wie sich eine Bevölkerung zum Volk konstituiert – unter den Bedingungen einer Diktatur – und wie in der Demokratie die kollektive Selbstermächtigung zum Ressentiment verkommt.

Detlef Pollack zählt zu den führenden Religions- und Kultursoziologen. Er hatte Professuren in Leipzig, Frankfurt/Oder und New York inne. Derzeit lehrt er in Münster. Stefan Locke wurde 1974 in Bautzen geboren. Er studierte in Dresden und Portland und arbeitete anschließend für die „Dresdner Morgenpost“. Seit September 2016 ist er politischer Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

Die Teilnahme am Vortrag ist kostenfrei. Die Anmeldung ist per E-Mail an volkshochschule@erfurt.de unter Angabe der Kursnummer 22-102404 oder unter der Rufnummer: 0361 655-2050 möglich. Der Link zur Einwahl in den Kurs wird nach Anmeldung vergeben.



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