Petersberg-Entree wird zentraler Anlaufpunkt für Besucher

Modell eines Gebäudes mit Glaswänden



Der Erfurter Petersberg bekommt für knapp 10 Millionen Euro einen zentralen Anlaufpunkt, das Petersberg Entree. „Wir wollen eine Leichtigkeit und Lockerheit, den bewussten Gegensatz zu den schweren Festungsmauern“, beschreibt Architekt Roland Kummer vom Erfurter Architekturbüro „Kummer Lubk Partner“ den Baustil. In den kommenden Monaten werde das Glasgebäude an den östlichen Giebel des historischen Kommandantenhauses „angedockt“. Zwischen beiden Bauten werde es Durchgänge geben.

Foto: Modellfoto des zukünftigen Petersberg-Entrees
Foto: © Architekturbüro Kummer Lubk Partner

Der 400 Quadratmeter große Anbau soll ab dem Buga-Jahr 2021 als Empfangsgebäude bzw. Besucherzentrum dienen. In ihm werden Tickets verkauft, gibt es einen Garderoben- und Wartebereich, werden Audioguides ausgeliehen, gibt es Wechselausstellungen, Toiletten, einen Fahrstuhl sowie einen kleinen Vorführungssaal. Besucher und Reisegruppen, die auf den Petersberg kommen, sollen sich hier informieren und ihre individuelle Entdeckungsreise beginnen können. „Das Gebäude ist so groß geplant, dass mit einem Mal eine ganze Busladung Touristen, also 65 Leute, versorgt werden können“, sagte Erfurts Buga-Dezernent Alexander Hilge. Die Planungs- und Genehmigungsphase seien abgeschlossen, erste Erdarbeiten auch. „Wir liegen mit dem Petersberg-Entree voll im Zeitplan und werden pünktlich fertig“, ist sich Hilge sicher.

Gemeinsam mit dem Kommandantenhaus wird das neue Gebäude eine Ausstellung beherbergen, die gerade von der Firma Kocmoc entwickelt wird. Die Ausstellungsprofis aus Leipzig haben in Thüringen bereits die Porzellanwelten auf der Leuchtenburg und die Schau in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße designt. „Wir wollen auf dem Petersberg die Geschichte Erfurts vom Neolithikum bis ins Heute abdecken“, so Ausstellungsmacher Jan Wünsche. Dabei wolle man aber keine Konkurrenz schaffen zum Landesmuseum, das das Land in der Defensionskaserne bis 2029 errichten will. „Die Ausstellung soll unterhaltsam sein für eine große Zielgruppe und wird nicht in die Tiefe eines Landesmuseums gehen.“

Nach ersten Plänen wird im Neubau über den „Mythos Petersberg“, die „Klösterliche Lebenswelt“ und das „Peterskloster“ informiert. Geschichten sollen erzählt werden – mit Videoinstallationen, Geräuschen, Dialogen, Musik, Infografiken sowie mit Ausstellungsstücken zum Anfassen und Ausprobieren. „Wir verzichten vollkommen auf Vitrinen“, so Wünsche. „Wir wollen Geschichtliches spielerisch vermitteln.“ So soll beispielsweise im Kommandantenhaus ein „Festungsbauspiel“ installiert werden, bei dem Besucher selbst Hand anlegen und den Bauerfolg dann live auf einem Bildschirm beobachten können. Auch über den Mainzer Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn, Napoleon, die Preußenzeit sowie die Zeit nach 1945 soll hier in den Ausstellungsräumen unterhaltsam informiert werden. Zur Ausstellungsfläche gehören auch die „Satelliten“ Geschützkaponniere und Kriegspulvermagazin, in denen es ebenfalls kleine Mitmach-Ausstellungen geben wird. Ein neues Leitsystem und eine App komplettieren das Infotainmentkonzept auf dem Petersberg.



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