Große Gesteinsbrocken stapeln sich auf Paletten



Bei der Traco GmbH in Bad Langensalza drehen sich seit Tagen die Großsägen fast ausschließlich für den Erfurter Petersberg.

Foto: Dolomit ist ein beständiger und schicker Kalkstein
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Große Gesteinsblöcke, insgesamt 1.000 Kubikmeter, werden in der großen Halle geräuschvoll in handliche Pflastergröße zersägt. Das ist ein Großauftrag, den wir nicht alle Tage haben und der uns sehr stolz macht. Schließlich geht es um die Erfurter Stadtkrone“, sagte Geschäftsführer Ulrich Klösser. Der Thüringer Traditionsbetrieb hatte die Ausschreibung für die Lieferung des Petersberg-Pflasters gewonnen. Da die Plateauflächen ab Frühjahr gepflastert werden sollen, sind die Mitarbeiter in Langensalza gerade auf die „Just-in- time-Lieferung“ fixiert. Termingerecht sollen die Natursteine ins rund 25 Kilometer entfernte Erfurt gebracht werden.

Die Gesteinsart, für sich die sich die Experten entschieden hatten, ist Dolomit. Der stammt aus einem Steinbruch in Bayern und ist ein widerstandsfähiger Kalkstein. „Dolomit hat einen hohen Magnesiumanteil und ist dadurch witterungsbeständiger als andere Kalksteine. Durch seine leicht porige Struktur ist er rutschfest und sehr gut für den Außenbereich geeignet“, so Traco-Chef Klösser. Und wie Erfurts Gartenamtsleiter Dr. Sascha Döll hinzufügte, sei der besondere Kalkstein „auch schick anzusehen und passt hervorragend zur historischen Bausubstanz auf dem Petersberg.“ Ein Beleg dafür ist, dass rund um die Peterskirche auch Kalksteine in früheren Zeiten verlegt worden sind. Diese Pflastersteine waren zu Beginn der Tiefbauarbeiten gesichert worden. Die Originalsteine werden nun in den nächsten Wochen wieder am romanischen Bauwerk verlegt. Da sie nicht für alle Wege reichen werden, gibt es eine Nachlieferung der fast runden Steine aus Bad Langensalza.

Damit die Planer und Bauleute genau wissen, wie sie das Dolomit-Pflaster verlegen müssen, wurde auf dem Petersberg eine Musterstrecke angelegt. Mit dieser wird exakt vorgegeben, welche Fugenbreiten und Anordnungen erwartet werden. „Die größeren Pflastersteine verwenden wir für die Plätze vor der Kirche und der Glashütte. Die Kleineren sind für die Wege gedacht. So wird sich das Platzangebot im Pflaster wiederspiegeln“, erläuterte Gartenamtsleiter Döll die Pläne. Alles werde von einem Steingutachter aus der Schweiz überwacht. Auf dessen Anregung hin würde beispielsweise die Unterseite des 20 bis 25 Zentimeter dicken Pflasters aufgeraut. Sascha Döll: „So kann es sich besser mit dem Untergrund verbinden und rutscht nicht so hin und her.“ Die Wege und Plätze sollen später einmal auch kleinere LKW problemlos tragen können und trotz Belastung von Wetter, Klima, Mensch und Maschine einige Jahrzehnte halten.



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