Ein ausgewachsener Affe mit langem, rostbraunen Fell trägt einen kleinen Affen mit schwarzem Fell am Bauch.

Plötzlich großer Bruder: Nachwuchs bei den Mohrenmakis im Zoopark Erfurt

12. April 2024
2 Minuten lesen

Seit dem vergangenen Juli leben die Mohrenmakis Uta, Brutus und Bruno im Lemurenwald des Zooparks Erfurt. Kurz vor seinem ersten Geburtstag ist Bruno nun großer Bruder geworden. Ob er demnächst mit Bruder oder Schwester durch die Anlage tobt, wird sich noch zeigen.



Foto: Mutter Uta trägt ihren Nachwuchs in den ersten zwei Wochen seines Lebens gut behütet am Bauch.
Foto: © Thüringer Zoopark Erfurt

Der Mohrenmaki (Eulemur macaco) ist ein mittelgroßer Lemur. Mohrenmakis weisen einen starken Geschlechtsdichromatismus auf: Die Männchen sind vollkommen schwarz, während die Weibchen gelb- bis rostbraun gefärbt sind und weiße Ohrbüschel tragen. Die Jungtiere können eine sehr unterschiedliche Körperfärbung haben, meist sind sie dunkel gefärbt. Das Geschlecht lässt sich anfangs ausschließlich über die Farbe der Ohrbüschel bestimmen – männliche Jungtiere tragen immer schwarze Ohrbüschel, weibliche hingegen weiße. Bei dem in Erfurt geborenen Jungtier herrscht jedoch noch Uneinigkeit hinsichtlich der Farbe der Ohrbüschel.

Vater Brutus und Bruder Bruno zeigen sich sehr interessiert. Um Mutter und Jungtier Ruhe zu geben, verbringen die beiden einen Teil des Tages zu zweit. Ab und zu unternimmt das Gespann schon kurze Ausflüge in den Außenbereich. Am 15. April, wenn Brutus seinen ersten Geburtstag feiert, wissen wir bezüglich des Jungtieres hoffentlich mehr. Noch trägt die 16-jährige Uta den Nachwuchs gut behütet am Bauch. Sobald das Jungtier mit etwa zwei Wochen auf den Rücken klettert, wird es besser zu sehen sein. Die Tragzeit bei Mohrenmakis beträgt rund 130 Tage. Meist wird ein Junges geboren, selten Zwillinge. Mit sechs bis sieben Monaten sind die Jungtiere entwöhnt und selbständig.

Im Freiland sind Mohrenmakis stark gefährdet. Beschränkt auf ein kleines Gebiet im Nordwesten Madagaskars sowie auf die Inseln Nosy Be und Nosy Komba besiedeln die Mohrenmakis Feuchtwälder. Ihr Lebensraum ist zudem stark fragmentiert und wird durch Brandrodungen weiter zerstört. Darüber hinaus werden die Tiere gejagt und gefangen. Die Art wurde bereits 1986 als gefährdet eingestuft. Seit 2020 gilt sie als stark gefährdet. Die Bestände sind leider Rückläufig.

Mohrenmakis sind tag- und nachtaktiv. Sie ernähren sich hauptsächlich von Früchten, nehmen aber auch junge Blätter, Sämlinge, Blüten, Nektar, ergänzt durch Pilze, Rinde und Wirbellose. Sie leben in Gruppen von bis zu 15 Individuen, die sich um einen Kern von dominanten Weibchen bilden. Der Kontaktruf der aufgeweckten Lemuren ist ein tiefes Grunzen, bei Alarm wird gekreischt. In den Abendstunden lassen sie ein gemeinsames Geschrei erklingen. Gegenseitige Fellpflege mit der unteren, fast waagerecht stehenden und damit kammähnlichen Zahnreihe, steht hoch im Kurs. Ein zweites zentrales Putzwerkzeug befindet sich am Hinterfuß; die zweite Zehe hat einen auffällig langen Nagel und wird auch „Putzkralle“ genannt. Außerdem markieren Mohrenmakis mit ihren Analdrüsen ihre Artgenossen und ihre Umgebung.

In den kommenden Tagen werden weitere Fotos und Informationen zum Mohrenmaki-Nachwuchs folgen. Aktuell wollen wir Uta und ihr Jungtier nicht unnötig stören.

Zur offiziellen Stadt-Webseite Erfurt.de