Trainer Ingo Häntschel, mit frisch erworbenem A-Trainerschein im Beach (Herzlichen Glückwunsch!) erst kurz vor Spielbeginn in der Halle eingetroffen, konnte zufrieden dreinschauen, denn seine Mädels dominierten die Begegnung über weite Strecken. Er ging mit den erfahrenen Spielerinnen plus Maxi Batschkus in die Begegnungen. Letztere sorgte nach dem 0:2-Rückstand mit einer sehr guten Aufschlagserie auch mit dafür, dass sich die Gastgeber einen beruhigenden 9:2-Vorsprung erspielten. Diesen hielten die Erfurterinnen dann auch bis zum Ende des ersten Satzes, wobei sich beide Angriffsreihen nichts schenkten und sich ein packendes Duell entwickelte. Juliane Hoppe war es vorbehalten, den Satzball zum 25:19 zu verwandeln.
Auch Satz zwei sah den Tabellenführer schnell mit 8:2 in Führung. Doch nachdem die Erfurter Annahme einige Fehler produzierte, bat Ingo Häntschel seine Mädels beim 8:6 für 30 Sekunden zur Seitenlinie. Beim 9:7 durften auch die jungen Lisa Breitsprecher und Juliane Flessa erstmals kurzzeitig ins Geschehen eingreifen, bis zum 13:9. Dann brachten die bewährten Kräfte den Satz erneut mit 25:19 nach Hause. Beate Brabetz war mit einem Block diejenige, die den Sack zuband.
Zu Beginn des dritten Satzes stellte der Trainer um. Juliane Flessa kam für Beate Brabetz und Lisa Erdtmann für Juliane Hoppe. Auch hier führte das SWE Volley-Team wieder (7:4), doch dann wendete sich das Blatt unerwartet deutlich. Einige schwache Annahmen und in der Folge kein strukturierter Spielaufbau mehr, so enteilten die Gäste auf 11:17 bzw. 14:20. Da halfen auch die Wechsel Brabetz/Breitsprecher für Batschkus/Tresnak nicht. Der Spielfaden war gerissen und die Damen aus Elbflorenz schickten sich an, dem Spitzenreiter den zweiten Satzverlust der Saison beizubringen. Doch was wohl alle der etwa 80 Zuschauer in der Dreifelderhalle am Sportgymnasium erwartet hatten, traf nicht ein. Die SWE-Damen kamen mit dem Selbstbewusstsein eines ungeschlagenen Tabellenführers schneller zurück ins Spiel, als man vermutete. Aus einer nun wieder stabilen Annahme heraus konnten die Erfurter Angreiferinnen von Zuspielerin Maria Tresnak in Szene gesetzt werden und wuchtig angreifen. Dazu ein funktionierender Block, mit welchem auch das Spiel beendet wurde. Lisa Erdtmann, im Vorjahr noch ständig die Ersatzbank drückend, zeigte nicht nur beim Matchball zum 25:22, dass ihr das Anschlusstraining in der Bundesligamannschaft offensichtlich gut tut.
Nach dem Auswärtsspiel in Lichtenstein am kommenden Samstag, folgt am 26. November das nächste Heimspiel. Dann ist der Zweite, Dresdner SC II, zu Gast. Die zweifellos härteste Nuss der laufenden Saison, die das SWE Volley-Team II zu knacken haben wird.

SWE Volley-Team II: Brabetz, Batschkus, Hoppe, Oelsner, Tresnak, Kresse, Franz (L); Flessa, Breitsprecher, Erdtmann, Kintscher, Naue

Stephan Siegl