Stadion
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Das Thüringer Team RW Erfurt ist für seine Erfolge in der Oberliga Nordost auch dieses Jahr wieder gefeiert worden. Der Weg zurück in die 3. Liga ist damit zwar noch nicht geebnet, trotzdem hoffen die Kicker aus Erfurt, dass der Weg nach oben geht. Erfolge werden mittlerweile aber nicht mehr nur am Rasen erspielt, sondern auch auf virtueller Ebene. Der Verein hat seit einiger Zeit nämlich auch ein eSports-Team, das derzeit in FIFA21 gegen andere Teams antritt. Warum man sich für die virtuellen Sportturniere entschieden hat, sehen wir uns genauer an!

eSports gewinnen an Relevanz

Weltweit ist die Branche der eSports zu einem Milliardengeschäft geworden. Bei den großen, internationalen Turnieren findet man dieselben Sponsoren wie im Fußball oder Tennis, dazu werden Preisgelder in Millionenhöhe vergeben. Die Wettkämpfe werden auf Streaming-Plattformen wie Twitch an ein internationales Publikum übertragen, dazu besitzen einige Fernsehsender ebenfalls Übertragungsrechte und strahlen die Turniere sogar im regulären Abendprogramm aus. Sportwetten auf eSports abzuschließen, ist heute ebenfalls keine Seltenheit mehr. Viele Buchmacher haben die virtuellen Wettkämpfe bereits in ihr Sortiment aufgenommen und stoßen dabei auf großen Andrang bei ihren Usern. Der Anbieter Mr Green hat sogar eine eigene eSport-Kategorie auf seiner Plattform eingerichtet und behandelt die Computerspieldisziplinen wie jede andere Sportart. Experten analysieren die Teams und legen die Quoten fest, dazu können Kombi- und Live-Wetten abgeschlossen werden. eSports gewinnen damit an Relevanz und sind in vielen Aspekten nicht mehr von anderen Sportarten zu unterscheiden. In Deutschland wird allerdings immer noch diskutiert, ob eSports als Sport bewertet werden dürfen.

E-Gaming
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RW Erfurt: Deutsche eSports benachteiligt

Ob ein Sport offiziell anerkannt wird, entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (kurz DOSB). Hier müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden, die nach derzeitiger Beurteilung nicht für den eSport gelten. Diskutiert wird dabei nämlich, dass eSports keine körperliche Bewegung erfordern. Dies ist allerdings auch nicht bei dem Denksport Schach oder motorisierten Sportarten wie dem Rennfahren der Fall. Aus diesem Grund sehen viele deutsche Teams noch Hoffnung darauf, dass sich die Lage ändern könnte. Für Vereine wie den RW Erfurt bringt diese Eingliederung nämlich zahlreiche Nachteile. Anerkannte Sportler erhalten beispielsweise Arbeitsgenehmigungen im Ausland, wenn internationale Spieler in das Team aufgenommen werden. Dies ist derzeit nur bedingt möglich, das sogenannte „eSport-Visum“ wird jedoch weiterentwickelt und soll solche Problemstellungen lösen. eSport-Vereine erlangen außerdem nicht dieselben staatlichen Förderungen wie andere Sportverbände. Wenn bereits bestehende Sportvereine wie der RW Erfurt eine eigene eSport-Abteilung eröffnen, fällt dies zwar weniger ins Gewicht, trotzdem wünschen sich die professionellen eSportler, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht. Denn während viele Deutsche die virtuellen Turniere noch als nicht anspruchsvoll abtun, trainieren die Profis mehrere Stunden täglich, ernähren sich gesund und treiben gemeinsam Sport. Damit haben sie einen ähnlichen Alltag wie das Fußballteam des RW Erfurt.

eSports haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und viele deutsche Vereine bauen auf ein eigenes eSport-Team. Auch der RW Erfurt ist auf diesen Zug aufgesprungen und spielt mittlerweile nicht nur auf dem realen Spielfeld, sondern auch auf dem virtuellen Rasen. Noch sind die FIFA-Wettkämpfe in Deutschland nicht so angesehen wie der reguläre Fußballsport, dies könnte sich jedoch in Zukunft verändern. Andere Nationen gehen den Weg bereits vor und besonders im asiatischen Raum sind eSports mittlerweile beliebter als andere Sportarten.

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