„Krisen überstehen wir am besten gemeinsam!“



Seit August 2021 hat das Thüringer Kultusministerium die Finanzierungen der Schnelltest auf das Sars-CoV-2-Virus in Kindertagesstätten eingestellt. Dieses Angebot umfasste zweimal in der Woche einen Test für die Kinder und das Personal.

Seitens der Verantwortlichen in Erfurt, Jena und Eisenach ist diese Entscheidung des Freistaates absolut unverständlich. Es sollte unbedingt den aktuellen Empfehlungen des RKI gefolgt werden, das die hohe Bedeutung flächendeckender Tests in Kitas und Schulen unterstreicht und insbesondere das in NRW praktizierte Modell der PCR-Pooltestungen in Kitas und Schulen ausdrücklich lobt.

Jenas Bürgermeister Christian Gerlitz hatte bereits am Freitag verkündet, dass Jena die Testungen an den Kitas vorerst lückenlos weiter finanzieren wird. Dies kann aber nur ein Notbehelf sein: „Das Kultusministerium lässt die Kinder, Eltern und das Personal in den Kitas allein. Es kann nicht im Sinne einer Landesregierung sein, in Zeiten niedriger Inzidenzen diesen Vorteil aufs Spiel zu setzen. Die Aussetzung der Tests in den Kindertageseinrichtung ist ein Symbol des mangelnden Verantwortungsbewusstseins des TMBJS für die Gesamtlage in der Pandemie. Unerkannte Krankheitsausbreitungen in den Einrichtungen wären eine schwere Last bei der Überwindung dieser Pandemie.“

Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein besteht ebenso darauf, dass die Tests für Kita-Kinder weiterhin vom Land finanziert werden. Er schlägt allerdings vor, das Test-Prozedere künftig zu ändern: keine Selbsttests in den Einrichtungen mehr, sondern im häuslichen Umfeld. „Die Fehlerquote bei den Corona-Tests in den Kita-Gruppen ist nach Auskunft unseres Erfurter Gesundheitsamtes überaus hoch. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern ihre Kinder künftig in Ruhe zuhause testen. Dafür muss das Land ihnen Testkits kostenfrei bereitstellen“, sagte er.      

Katja Wolf, Oberbürgermeisterin von Eisenach, fasst die Nachteile für Ihre Stadt zusammen: „Der Schutz unserer Kinder hat für mich die oberste Priorität. Unsere Kleinsten können derzeit nicht geimpft werden. Deshalb halte ich es für dringend erforderlich, dass der Freistaat ihnen weiterhin die kostenfreien Testungen ermöglicht. Die Finanzierung den Kommunen aufzuerlegen ist schlichtweg nicht möglich.“

Alle drei Verantwortlichen fordern die Landeregierung auf, umgehend die Finanzierung des Testangebotes wieder aufzunehmen und eine mögliche Umstellung auf weiterentwickelte Testmethoden zu prüfen. Unerkannte Infektionen, Quarantäne oder gar Schließung von Einrichtungen wären ungleich teurer als die Kosten für das Testmaterial.



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