Die Gäste, die damit ihrerseits zum Saisonabschluss die siebte Niederlage hinnehmen mussten, waren ohne ihre Mittelblockerin Alexandra Preiß angereist. Beim bereits als Absteiger feststehenden Gastgeber fehlten Elena Messer und Christel Fröhlich wegen Verletzungen. Den besseren Start in die sportlich bedeutungslose Begegnungen hatten die Damen von Trainer Stefan Falter. Sie dominierten den mit vielen Aufschlagfehlern behafteten ersten Satz und gewannen diesen problemlos mit 25:16. Heiko Herzberg brachte nun Liz Cordonier, die wie Julie Young, Brigitte Slack und Eszter Kovács ihr letztes Spiel bestritt, für Saskia Leonhardt. Bei Letzterer kamen Oberschenkel-Probleme auf, weshalb sie erst einmal in physiotherapeutische Behandlung musste.

Auch den Beginn des zweiten Durchgangs bestimmten die Alemannen bis zur 2. TA (5:8), doch mit einer starken Liz Cordonier kam Erfurt nun ins Spiel, drehte den Spieß um (11:9) und siegte ebenso deutlich mit 25:17. Nach der verlängerten Satzpause kam das SWE Volley-Team ohne Liz Cordonier zurück aufs Spielfeld. Auch sie hatte muskuläre Probleme im Oberschenkel und konnte nicht mehr weiter spielen. Doch die verbliebenen Spielerinnen kämpften weiter um den so ersehnten Sieg und den damit verbundenen ordentlichen Abgang aus der 1. Bundesliga. Außer zu Satzbeginn (1:4), lagen die Thüringerinnen mit bis zu acht Punkten vorn (14:6), machten es zum Ende noch einmal spannend, gingen aber trotzdem Dank des 25:21 mit 2:1 in Front.

Auch der vierte Durchgang war nervenaufreibend und beim 19:16 schien das SWE Volley-Team auf der Siegerstraße. Doch die Aachenerinnen, mit einer immer wieder für Punkte sorgenden Jana Franziska Poll, erwehrten sich. Christina Speer hatte am Aufschlag die Schwächen in der Erfurter Annahme entdeckt und setzte gezielte Nadelstiche. Gepaart mit einigen schlechten Zuspielen auf SWE-Seite gelangen acht Punkte in Folge (19:24) und der dritte Satzball sorgte für den 2:2 Ausgleich.

Im Tiebreak schwangen dann die Erfurterinnen wieder das Zepter. Saskia Leonhardt, die kaum noch springen konnte und zwischendurch von “Routinier” Beate Brabetz entlastet wurde und vor allem Annika Lüttge waren nun die punktenden Spielerinnen. Auch Eszter Kovács brachte noch einmal frischen Wind in die Erfurter Reihen. Nach 8:6 zum Seitenwechsel hieß es beim 14:11: Matchball Erfurt. Dieser war etwas kurios zustande gekommen, weil der 2. Schiedsrichter einen Wechselfehler bei Aachen erkannt hatte und somit die falsche Spielerin auf dem Feld stand. Ein Umstand, der auch nach Spielschluss für reichlich Emotionen bei den Gästen sorgte. Aber Annika Lüttge ließ sich nicht irritieren, verwandelte gleich den ersten Matchball zum 15:11 und sorgte ein letztes Mal für großen Jubel in der Erfurter Halle am Sportgymnasium, sowohl auf den Rängen als auch beim “weißen Ballett” auf dem Spielfeld.
Während Gästetrainer Stefan Falter befand, dass seine Damen die Annahmeschwächen des Gegners nicht genug ausnutzte, freute sich sein Gegenüber, Heiko Herzberg, dass es erstmals gelungen war, einem Team aus dem Mittelfeld die Punkte abzunehmen. “Auch wenn wir abgestiegen sind, so hat meine Mannschaft noch einmal ein gutes Spiel abgeliefert und gezeigt was sie leisten kann. Auch wenn es nicht gereicht hat für den Klassenerhalt, so haben sich viele Spielerinnen, die zuvor nur in der zweiten Liga gespielt haben, weiterentwickelt”, so Erfurts Trainer zum Abschluss.

Ein Umstand der den SWE-Damen in der kommenden Saison von Vorteil sein kann, denn dann soll mit einem Großteil des jetzigen Kaders der sofortige Wiederaufstieg angepeilt werden, wie Präsident Michael Panse ankündigte. Dann aber wahrscheinlich in einer neuen Umgebung, denn die neue Halle im Erfurter Rieth, die erstligatauglich sein wird und über 1250 Zuschauern Platz bietet, soll auch erstklassigen Volleyball erleben – so die kämpferische Ansage der Erfurter Verantwortlichen.

SWE Volley-Team: Völker, Lüttge, Leonhardt, Slack, Hoppe, Döhnert, Illiger(L); Brabetz, Cordonier, Kovács, Young (n.e.)

MVP Erfurt: Annika Lüttge
MVP Aachen: Jana Franziska Poll

Von Stephan Siegl