ein roter Panda bewegt sich über einen Baumstamm

Thüringer Zoopark Erfurt weiht neue Anlage für Rote Pandas feierlich ein

20. Juli 2026
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Nach rund zwei Jahren Planung und Bauzeit hat der Thüringer Zoopark Erfurt heute seine neue Anlage für Rote Pandas und Weißschwanzstachelschweine feierlich eröffnet. Auf dem Plateau des Zooparks, gegenüber der Yak-Anlage, entstand gleich für zwei Arten ein naturnaher Lebensraum. Erste Bewohnerin auf der Panda-Anlage ist Lilli aus Nürnberg. Das Rote Pandaweibchen wird zukünftig neben den zwei bereits im Zoopark lebenden Weißschwanzstachelschweinen von Baum zu Baum klettern.

Mit der Eröffnung setzt der Zoopark einen weiteren wichtigen Meilenstein seines Modernisierungskurses. Bereits im September 2024 wurden die ersten Entwürfe vorgestellt. Da die Wartezeit auf die beliebte Tierart aufgrund geringer Nachwuchszahlen mehrere Monate betrug, nutzte der Zoopark die Zeit für eine umfassende Aufwertung des gesamten Areals. Insgesamt wurden ca. eine halbe Million Euro in die neue Anlage, die Umfeldgestaltung, neue Trinkwasserleitungen, Wege, Beschilderung, Kletterelemente und Begrünung investiert. Zahlreiche Sponsoren, vor allem der Verein der Zooparkfreunde, unterstützten das Projekt, unter anderem mit einer Crowdfunding-Aktion, durch die der Futterfelsen für die Stachelschweine finanziert werden konnte.

Die Bauarbeiten begannen im März 2025 auf der ehemaligen Kaschmirziegen-Anlage. Nach dem Rückbau des alten Geheges entstanden ein Teich als natürliches Kühlsystem, eine markante Kunstfelsenlandschaft sowie ein im nepalesischen Stil gestalteter Stall. Große Glasscheiben ermöglichen künftig besondere Einblicke in die Anlage. In diesem Jahr wurde das Projekt mit dem Innenausbau des Hauses, der Kletterlandschaft und der naturnahen Gestaltung des Geheges fertiggestellt.

Entstanden ist ein insgesamt 625 Quadratmeter großer Lebensraum mit einer 450 Quadratmeter großen Panda-Anlage und einer 175 Quadratmeter großen Anlage für die Weißschwanzstachelschweine. Die Anlage übertrifft die empfohlenen Mindestgrößen für die Haltung Roter Pandas deutlich und bietet mit Kletterstrukturen, Rückzugsorten, Schattenplätzen sowie Bambus und Gräsern optimale Bedingungen. Ein besonderes Merkmal ist der vollständig erhaltene Baumbestand, der durch eigens gefertigte Kletterelemente verbunden wurde. So kann Lilli ihrem natürlichen Verhalten entsprechend von Baum zu Baum wechseln. Auch die Weißschwanzstachelschweine profitieren von der Neugestaltung. Sie ziehen aus ihrer bisherigen Anlage am Alten Elefantenhaus in ein deutlich größeres und moderner gestaltetes Gehege um.

Zooparkdirektor Jan Schleinitz bezeichnete die Eröffnung als wichtigen Schritt der Weiterentwicklung des Zooparks: „Die Anlage ist Teil der Neugestaltung des Erlebnisbereichs ‚Rund um das Plateau‘ und ein weiterer Baustein auf unserem Weg, den Thüringer Zoopark als touristisches Highlight Thüringens weiterzuentwickeln. Wir möchten unseren Besucherinnen und Besuchern schaufensterartige Einblicke in natürliche Lebensräume ermöglichen, höchste Ansprüche an die Tierhaltung erfüllen und gleichzeitig spannende Erlebnisse mit Wissensvermittlung verbinden.“ Sein Dank galt dem beteiligten Planungsbüro, den Baufirmen, der Stadt Erfurt als Hauptfinanzierungsträgerin des Eigenbetriebs, den Sponsoren sowie insbesondere den Mitarbeitenden des Zooparks, die mit großem Engagement Planung, Bau und Gestaltung der Anlage umgesetzt haben.

Auch Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn hob die Bedeutung des Projekts hervor: „Der Zoopark leistet einen unschätzbaren Beitrag für Bildung, Forschung, Erholung und Artenschutz. Nun wird er noch attraktiver: Mit Roten Panda und Stachelschweinen entsteht hier eine außergewöhnliche Tiernachbarschaft. Diese neue Anlage wertet nicht nur den Zoopark, sondern auch den gesamten Roten Berg nachhaltig auf.“ Und Horn verspricht: „Die Stadt Erfurt wird den begonnenen Modernisierungskurs auch künftig nach Kräften unterstützen.“

Unter den Ehrengästen befand sich außerdem Dr. Julia Kögler vom Verband der Zoologischen Gärten (VdZ). Sie betonte die Bedeutung moderner Zoos für den internationalen Artenschutz. Der Rote Panda gilt laut Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet. Koordinierte Erhaltungszuchtprogramme, Forschung und Bildungsarbeit leisten einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Schutz der Art.

Mit Lilli zieht erstmals seit mehreren Jahrzehnten wieder ein Roter Panda in den Thüringer Zoopark Erfurt ein. Bereits in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren wurden Rote Pandas am Roten Berg gehalten. Die elfjährige Lilli stammt ursprünglich aus dem Zoo Chester und lebte seit 2015 im Tiergarten Nürnberg. Ihr Umzug erfolgte auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), das sowohl die Bedürfnisse der Tiere als auch die langfristigen Ziele der Erhaltungszucht berücksichtigt. Während Nürnberg künftig ein jüngeres, zuchtrelevantes Weibchen aufnehmen kann, erhält Lilli in Erfurt ein speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Zuhause. Perspektivisch wird sich auch der Thüringer Zoopark am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm beteiligen und so einen Beitrag zum Erhalt dieser stark gefährdeten Tierart leisten.

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