Totkranke Ahorn-Bäume müssen im Zoopark gefällt werden

Delegation aus Lowetsch besucht Partnerstadt Erfurt. Kultur und Buga 2021 sind die Themen.



Wenn den Bäumen der Regen fehlt, wie in Dürrejahren 2003 oder jetzt zwischen 2017 und 2019, können Ahornbäume so geschwächt werden, dass sie für eine bestimmte Pilzkrankheit anfällig werden und in kurzer Zeit sterben. Die Bäume zeigen zunächst einen Rückgang der Blattmasse in ihrer Krone oder die Blätter verwelken einfach am Ast. Wenige Jahre der Schwächung reichen aus und sie haben keine Widerstandskraft mehr gegen den Ahorn-spezifischen Pilz Cryptostroma corticale, der nur auf Totholz intensiv gedeiht. Besonders anfällig für diese Pilzkrankheit ist der Bergahorn, aber auch Spitz- und Feldahorn können betroffen sein. Wenn die Bäume absterben, wird unter ihrer abplatzenden Rinde eine schwarze Schicht sichtbar, die Ruß ähnlich sieht. Daher hat diese Baumkrankheit auch ihren Namen Rußrindenkrankheit erhalten.

Zwischen 2017 und 2019 konnte in Erfurt, besonders aber im Zoopark, ein überdurchschnittlich heißes und trockenes Klima beobachtet werden. Im Extremjahr 2018 fiel über 5 Monate, von April bis August, kein Tropfen Regen auf dem Roten Berg. Der Rote Berg ist generell einer der trockensten Standorte in Deutschland. Leider gibt es derzeit keine Behandlungsmöglichkeit gegen diesen Ahornbaum-Pilz. Nur durch Fällung und Entfernung der kranken oder toten Bäume kann eine Ausbreitung der Krankheit auf weitere Ahornbäume bestmöglich vermieden werden. Die Fällung Pilz-befallener Bäume muss zwingend durch Spezialisten erfolgen, denn es gibt Regeln zu beachten und besondere Arbeitsschutzkleidung zu tragen. Das ist wichtig, damit bei den Baumarbeiten beim Menschen keine allergischen Reaktionen auf die Sporen dieses Pilzes auftreten. Ein intensiver Kontakt (z. B. eine Umarmung) mit solchen befallenen Bäumen ist zu vermeiden. Die Fällung betroffener Bäume erfolgt möglichst bei etwas feuchterer Witterung. Die Baumteile werden dann abgesichert, abtransportiert und in einer Verbrennungsanlage entsorgt. 

Die Rußrindenkrankheit wurde erstmals 1889 in Nordamerika beschrieben, in England 1945 und in Zentraleuropa ab 1950. Über die Entstehung, Verbreitung und die Mechanismen dieser Pilzinfektion und wie und wann sie genau einen Ahornbaum schädigt, ist noch wenig bekannt. Wissenschaftler in vielen Ländern versuchen mehr über diese Baumkrankheit herauszufinden, denn Ahornbäume sind sowohl in der Forstwirtschaft, als auch in Städten und Parkanlagen eine beliebte Baumart, die möglichst erhalten werden soll.

Die Fällarbeiten im Thüringer Zoopark starten zeitnah und erfordern Absperrungen. Beeinträchtigungen für die Besucher werden so gering wie möglich gehalten.



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