Vorträge zu Erfurter Themen im Augustinerkloster

Augustinerkloster

Die Universität Erfurt beteiligt sich mit mehreren Vorträgen am diesjährigen Programm des Fördervereins der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums im Augustinerkloster Erfurt e.V.

Die Veranstaltungsreihe startet am 21. Februar um 19 Uhr mit dem Vortrag von Helene Jung, Absolventin des Master-Studiengangs Sammlungs- und Wissensbezogene Kulturgeschichte der Uni Erfurt. Sie spricht über „Heinrich Kruspe – Nachlass eines Erfurter Zeichenlehrers“. Kruspe, einer der bedeutendsten selbsternannten Erfurter Stadtchronisten des 19. Jahrhunderts, ist in Bild und Wort viel zitiert, jedoch kaum erforscht. In ihrer Master-Arbeit widmete sich Helene Jung dem Nachlass des Zeichenlehrers, Laienhistorikers und überaus engagierten Bürgers. Die Spurensuche in Stadtarchiv, Angermuseum, Stadtmuseum, Staatsarchiv Gotha und der Universitätsbibliothek ist Thema des Vortrags, ebenso das aus dem Gefundenen entwickelte Narrativ von Heinrich Kruspes Leben, Wirken und Weiterleben.

Am 21. März um 19 Uhr geht es in Frank-Joachim Stewings Vortrag „Pro communi itaque utilitate predicte universitatis …“ um die Überlieferung der Hochschulstatuten der Erfurter Universität und ihrer Fakultäten bis in das beginnende 16. Jahrhundert. Stewing ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Edition der Sitzungsprotokolle der Erfurter Artistenfakultät 1411 – 1521“ und erforscht darin auch die sogenannten „statua“ – ein verbindlich Recht setzendes und Normen aufstellendes Regelwerk, das den Alltag an der alten Erfurter Universität organisierte und reglementierte. Ausgehend von ihrer handschriftlichen Überlieferung will der Historiker in seinem Vortrag in die Entstehungsgeschichte der mittelalterlichen Statuten der Gesamthochschule einführen, ihre Gliederung vorstellen und an ausgewählten Beispielen auf inhaltliche Schwerpunkte eingehen. Er thematisiert dabei u.a. Fragen zur Studienorganisation und zum Lehrangebot, zur inneruniversitären Verwaltung, aber auch das – häufig in ein feindlich gesinntes städtisches Umfeld eingebettetes – Verhältnis von Stand und Rang, von Abstammung, Würde und Herkunft, von privilegiert und arm.

Alina Zeller, ebenfalls Absolventin des Master-Studiengangs Sammlungs- und Wissensbezogene Kulturgeschichte, spricht am 11. April um 19 Uhr über „Geschichte(n) in Bildern – Die Karikaturen des Erfurter Stadtchronisten Constantin Beyer (1761–1829)“.

Die Reihe schließt am 21. November um 19 Uhr mit einem Beitrag von Andreas Lindner, Professor für Kirchengeschichte und Systematische Theologie an der Uni Erfurt, über „Johannes Lang und Justus Jonas. Eine Reformatorenfreundschaft“. „Beschäftigt man sich mit den Biografien von Justus Jonas und Johannes Lang, bemerkt man schnell, dass sie als Reformatoren ein sehr unterschiedliches Profil entwickelten“, sagt Lindner. Dass sie trotzdem lebenslang miteinander in Verbindung blieben, lasse sich zu einem Teil daher erklären, dass sie sich mit der Erfurter Universität und dem Erfurter Humanismus den geistigen Horizont teilten, in dem sie zu Persönlichkeiten heranreiften. 1521 trennten sich ihre Wege und sie tauschten die Rollen. Während Lang dauerhaft in Erfurt verblieb und seine Nähe zu Luther abnahm, gehörte Jonas zu Luthers engstem Mitarbeiterkreis und er half an verschiedenen Brennpunkten städtischer Reformationen aus. „Das berührte allerdings ihre Freundschaft nicht, von der vor allem die Briefe Justus Joans an Lang bis kurz vor dessen Tod zeugen.“

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Quelle: https://aktuell.uni-erfurt.de/2019/01/16/vortraege-zu-erfurter-themen-im-augustinerkloster/

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