Eine App könnte schon bald zu einem weitere Instrument im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus‘ werden. Eine Gruppe europäischer Wissenschaftler und Unternehmen entwickelt derzeit eine Technologie mit dem Namen Pan European Privacy Protecting Proximity Tracing (PEPP-PT). Sie soll Grundlage einer neuen „Corona-App“ werden, mit deren Hilfe die Corona-Infektionsketten unterbrochen werden könnten. Im Gegensatz zu Tracking-Apps aus Asien sollen infizierte Personen dabei jedoch nicht „an den Pranger gestellt“ werden.

In Deutschland arbeiten Wissenschaftler am Robert-Koch-Institut, am Fraunhofer-Institut, an der TU Berlin, der TU Dresden und das Mobilfunk-Unternehmen Vodafone gemeinsam an der Anwendung. Auch das Fachbebiet Gesundheitskommunikation der Uni Erfurt ist bei der Entwicklung mit im Boot. „Wir haben dafür unter anderem in unserem „COVID-19 Snapshot Monitoring“ (COSMO) Abfragen zur Akzeptanz der App integriert und steuern Aspekte der Gesundheitskommunikation bei“, erläutert die Psychologin Prof. Dr. Cornelia Betsch, die an der Uni Erfurt das Monitoring leitet.

Die innovative Technik wird aktuell erprobt. Ziel sei es nun, diese Technologie für alle Länder verfügbar zu machen, heißt es in einem Papier des PEPP-PT-Projekts. Damit sollten künftig nationale Corona-Tracing-Apps entwickelt werden können. Die Initiatoren der App-Technik sehen in ihrem Projekt einen wirksamen Schritt im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus: Wenn mehr als 60 Prozent der Bevölkerung eine solche App nutzten, sei ein Erfolg gesichert.

Und so funktioniert die App:
PEPP-PT nutzt Bluetooth, um zu registrieren, wenn sich zwei Smartphones über einen bestimmten Zeitraum in kritischer Nähe zueinander befinden. In einem solchen Fall speichern beide Apps jeweils eine anonymisierte ID des anderen Geräts. Weder Standortdaten, noch andere persönliche Informationen würden dabei übertragen, versichern die Initiatoren. Die verschlüsselten Begegnungsdaten blieben nur über einen Zeitraum gespeichert, der für eine mögliche Ansteckung relevant ist. Danach würden sie automatisch gelöscht. Für den Fall, dass eine Person, die die App nutzt, positiv getestet wurde, erhalten alle ihre Kontaktpersonen eine TAN zugeschickt. Mit dieser können sie sich dann freiwillig bei der zuständigen Gesundheitsbehörde melden bzw. sich in Quarantäne begeben. Damit dies auch über die europäischen Grenzen hinaus funktioniert, enthält die anonyme ID darüber hinaus einen Länder-Code.

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Quelle: https://aktuell.uni-erfurt.de/2020/04/02/weiteres-instrument-im-kampf-gegen-die-ausbreitung-des-corona-virus/