Am Samstag, 18 Uhr, empfängt Schwarz-Weiß Erfurt den Dresdner SC in der Riethsporthalle zum mitteldeutschen Derby.

„Ich sehe uns ganz klar in der Außenseiterrolle, die wir aber annehmen werden“, blickt Erfurts Coach, Florian Völker, auf das kommende Heimspiel. „Wie ich bereits vor der Saison gesagt habe, gehört Dresden zu den Topteams. Sie hatten zwar keinen guten Start in diese Saison, haben zuletzt aber alle Spiele gewonnen – mit Ausnahme gegen Potsdam, als sie nicht mit der besten Formation gespielt haben – die sie gewinnen sollten.“ In der Tat, tun sich die DSC-Damen in dieser Saison etwas schwer, mit schwankenden Leistungen, scheinen aber auf dem aufsteigenden Ast. Gerade rechtzeitig zu einem der Saisonhöhepunkte, dem Pokalfinale in zwei Wochen in Mannheim.

Gut möglich, dass Trainer Alexander Waibl in Teil zwei der Thüringer Woche wieder in der Aufstellung rotieren lässt. Am Mittwoch, beim sicheren 3:0 gegen Suhl, war das bereits der Fall. Und da die Sachsen derzeit noch auf drei Hochzeiten tanzen, muss Waibl die Belastungen seiner Spielerinnen verteilen. Es könnte also von Bedeutung sein, wen der 51- Jährige auf das Spielfeld schickt. Sicher ist, dass er weiter krankheitsbedingt auf Mareen von Römer verzichten muss. Für sie ist die 17-

jährige, gebürtige Suhlerin Sarah Straube fest ins Erstligateam aufgestiegen. Auf der Mitte hat der DSC mit Nationalspielerin Camilla Weitzel und Ivana Mrdak das derzeit beste Paar der Liga am Netz. „Mit Lenka Dürr haben sie eine weltklasse Libera“, findet Erfurts Trainer, „und auf Außen mit Lena Stigrot eine weitere deutsche Nationalspielerin.“

Während Dresden das Ziel, sechs Punkte aus der Thüringer Woche zu holen, perfekt machen möchte, wollen die SWE-Damen diesem einen Strich durch die Rechnung machen. Selbstvertrauen ziehen sie zuvorderst aus dem etwas überraschenden 3:1-Auswärtssieg am Mittwoch beim USC Münster. Hier zeigte sich, dass mit der Verpflichtung von Barbara Dapic das Erfurter Spiel an Qualität und Variabilität zugelegt hat. In der Hinrunde wären solche Spiele noch knapp verloren gegangen. „Ich habe immer gesagt, dass Barbara uns zwar keine Spiele alleine gewinnen wird, aber sie ist für wichtige Angriffspunkte und den ein oder anderen Blockpunkt gut, was uns bei engen Sätzen helfen wird“, sieht sich Florian Völker in der Verpflichtung der kroatischen Diagonalspielerin bestätigt. „Unsere Leistungen in 2020 sind bisher in Ordnung. In Vilsbiburg haben wir uns zwar noch nicht belohnt dafür und Schwerin war zu stark, aber in Münster hat’s geklappt.“

Bauen kann er dabei auch auf die Angriffswucht seiner beiden amerikanischen Außenangreiferinnen. Danielle Brisebois zählt mit 4,43 Punkten pro Satz zu den Top-Scorerinnen der Bundesliga, weshalb ihre sechs MVP-Medaillen nicht von ungefähr kommen. Nach einem schwächeren Spiel gegen Schwerin und zunächst dem Platz auf der Bank in Münster, zündete Cassidy Pickrell rechtzeitig und war in den spielentscheidenden Phasen eine der Sieggaranten. Trotz starker Einzelleistungen, so auch von Halli Amaro am Mittwoch, sah Völker den Erfolg als eine Mannschaftsleistung. Und genau mit solch einer wollen die Schwarz-Weiß-Damen auch am Samstag aufwarten. Dabei wünschen sie sich eine große und lautstarke Kulisse im Rücken. Gemeinsam will man den Favoriten mindestens in Bedrängnis bringen. (StS, Fotos: Sebastian Schmidt)



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