Die besonderen Melodien des Carillons erklingen von März bis Oktober. Interessierte können sich immer am letzten Samstag im Monat auf musikalische Darbietungen von Gästen aus aller Welt freuen. Ergänzt um zwei Sondertermine im Sommer wird es in 2026 insgesamt zehn Carillon-Konzerte geben. Organisiert werden sie seit über 15 Jahren vom Erfurter Carillonneur Ulrich Seidel mit Unterstützung der Erfurter Geschichtsmuseen und des Fördervereins des Stadtmuseums. Durch dieses Engagement bleibt der musikalische Genuss für alle Zuhörenden kostenfrei.
Wie bei allen Carillon-Konzerten stellt die Buchhandlung Peterknecht zusätzlich zu den vorhandenen Sitzbänken rund um den Bartholomäusturm am Anger Stühle als Sitzgelegenheit auf. Zudem kann das Geschehen in der Spielkabine des Turms auf einem Bildschirm im Schaufenster des Buchladens live verfolgt werden, was das Musikerlebnis noch besonderer macht.
Alle Konzerttermine und Informationen zum musikalischen Programm und den Glockenspielern sind auf www.stadtmuseum-erfurt.de und unter bartholomaeusturm.de zu finden. Das nächste Konzert findet am 25. April 2026 statt.
Über den Carillonneur
Eddy Mariën erhielt seinen ersten Klavier- und Glockenspielunterricht im Kindesalter. Ein Klavierstudium schloss er erfolgreich ab und studierte anschließend an der Königlichen Glockenspielschule „Jef Denyn“, wo er heute unterrichtet. Meisterkurse gab Mariën an der Yale University (USA), in Mafra (Portugal), Logumkloster (Dänemark) und Canberra (Australien).
Heute ist er Stadtglockenspieler von Mechelen, Leuven und Halle. Zu Konzerten und Vorträgen reiste Mariën durch Europa, Amerika, Neuseeland und Australien. Der Glockenspieler hat mehrere CDs mit Glockenspielmusik aufgenommen. Bei internationalen Wettbewerben gewann er 1989 und 1991 in Nimwegen und Berlin erste Preise. Mariën wird regelmäßig als Jurymitglied zu nationalen und internationalen Wettbewerben und Prüfungen eingeladen.
Zum Erfurter Carillon
Das Carillon im Erfurter Bartholomäusturm gehört zum Stadtmuseum. Mit 60 Bronzeglocken zählt es zu den größeren Instrumenten dieser Art in Deutschland. Die weltweit größten Carillons sind in Kubinka (nahe Moskau, 78 Glocken), Taejon/Südkorea (77 Glocken) und Halle an der Saale (76 Glocken).
1979 entwarf der Apoldaer Glockengießer Peter Schilling das Instrument. Die 60 Glocken wurden im selben Jahr im VEB Glockengießerei Apolda gegossen.
Das Instrument verfügt über eine Handspieleinrichtung, ein sogenanntes Stockenklavier. Der Carillonneur (Glockenspieler) sitzt vor diesem und drückt mit geballten Fäusten die Tasten des Stockenklaviers nieder. Je kräftiger er dies tut, desto lauter wird der Klang der Glocke. Der Tastaturaufbau ist einer Klaviertastatur ähnlich, jedoch sind die Abstände der Tasten zueinander wesentlich größer.
