Dank ihm läuft bei der EVAG alles rund!


Wenn früh morgens auf dem Betriebsgelände der EVAG eine schwarze Chopper vorfährt, weiß fast jeder der Mitarbeiter, wer sich unter dem Helm verbirgt. Auf der 900er Kawasaki, gekleidet in einer schwarz-weißen Kombi, sitzt Alexander Pix. Der Mann, der in seiner Freizeit am liebsten in der heimischen Garage an seinem Motorrad herumschraubt, arbeitet seit 33 Jahren bei der EVAG.

An technischen Dingen war er schon als kleiner Junge interessiert. Ein handwerklicher Beruf sollte es später sein – und so begann er 1989 seine Lehre als Karosserieklempner. Dreieinhalb Jahre dauerte es, bis er seinen Abschluss in der Hand hatte. Denn als sogenannter „Wendegeschädigter“ musste Alexander Pix seine Lehrzeit um ein Jahr verlängern. „Erst dann bekam ich den westdeutschen Abschluss“, sagt Pix. „Danach habe ich in der Werkstatt gearbeitet“. Busse, Straßenbahnen und vor allem Taxis hat er dort repariert. Denn die Erfurter Taxis gehörten damals noch zur EVB, den Erfurter Verkehrsbetrieben, die sich heute EVAG abkürzen. Nachdem die Taxis outgesourct wurden und nicht mehr länger zum Unternehmen gehörten, begann Pix eine Ausbildung zum Straßenbahnfahrer.

Auf der Stelle stehen bleiben kam für ihn aber nicht infrage. „Zwei Jahre bin ich Straßenbahn gefahren. Danach bin ich zum Rangierdienst. Dort habe ich Züge zusammengestellt oder Fahrzeuge ausgewechselt. Als meine Frau dann gesagt hat, ich solle mich noch einmal weiterentwickeln, habe ich beschlossen, wieder die Schulbank zu drücken“. In den nächsten Jahren absolvierte Pix die Ausbildung zum Kraftverkehrsmeister und verschiedene weitere Lehrgänge.

Die darauffolgende Zeit bezeichnet er als die schönste seiner Karriere. „Ab 2003 war ich Verkehrsdispatcher. Damit ist man der verlängerte Arme des Disponenten in der Leitstelle.“ Wie die Augen und Ohren des Disponenten kann man sich diesen Job vorstellen. „Wenn ein Fahrer sich meldete und ein Problem hatte, habe ich es versucht vor Ort zu lösen. Ich habe Unfälle aufgenommen, Demonstrationen begleitet oder mit der Polizei und Feuerwehr kommuniziert. Für die Fahrer ist es in vielen Situationen wichtig, dass sie Hilfe bekommen. Denn gerade bei Unfällen befinden sie sich in Schock-Situationen“. Nie zu wissen, was der Tag bringt, war es, was seinen Job als Verkehrsdispatcher ausmachte.

Doch auch hier konnte er nicht stillstehen. Nachdem Alexander Pix sich zum Disponenten umschulen ließ und ganz nebenbei noch seinen Busschein machte, ist er heute Leiter Verkehrsorganisation bei der EVAG. Seine Aufgabe, salopp ausgedrückt: Er und seine Kollegen bewahren Erfurt vor möglichem Kuddelmuddel im Nahverkehr.

„Alle Maßnahmen, welche eine Betriebsstörung verursachen könnten, und die sich im Vorherein planen lassen, landen auf meinem Schreibtisch. Dies könnten beispielsweise Demonstrationen, Veranstaltungen bzw. auch Baumaßnahmen sein. Ich prüfe, ob der Stadtbahn- oder Busverkehr eingeschränkt ist und welche Maßnahmen ergriffen werden müssten um einen adäquaten ÖPNV anbieten zu können. Muss eine Haltestelle verlegt werden? Fahren die Busse oder Bahnen eine Umleitung? Was müssen die Baufirmen an Auflagen beachten? Bei jedem Sachverhalt ist das ganz individuell. Meine Aufgabe ist es, bis ins letzte Detail zu wissen, welche Veränderungen im Fahrplan und auf der Strecke auf uns zukommen. Oftmals fahre ich selbst raus an den betreffenden Ort und schaue mir alles ganz genau an.“ Da Busse und Bahnen nicht selten eine Umleitung fahren müssen, muss darüber hinaus geprüft werden, wie viel Zeit für die neue Strecke benötigt wird. Erst dann können die Fahrpläne durch die Kollegen angepasst werden. „Wenn diese Maßnahmen dann mit allen Verantwortlichen der Stadt abgesprochen sind, gebe ich sie an meine Kolleginnen und Kollegen entsprechend weiter“.

Einmal in der Woche sitzt Pix dann mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der verschiedenen Abteilungen zusammen und bespricht jede bevorstehende Maßnahme im Detail. Hier wird festgelegt, ob eine Presseinformation herausgegeben wird bzw. ob eine Fahrerinformation erforderlich ist. „Dass ich mit meinen Kollegen auch mal einen Spaß machen oder vom Thema abschweifen kann und dass mein Job so abwechslungsreich ist, gefällt mir hier am besten“, sagt Pix, der neben dem Motorrad fahren noch eine große Leidenschaft hat. Denn zwei Mal im Jahr zieht es ihn in die skandinavischen Länder. „Ich mag es, wenn es kalt und viel Natur um mich herum ist. Schweden, Finnland, Norwegen – mit dem Wohnmobil erkunden meine Frau und ich jedes Jahr eine neue Route. Im Frühjahr geht es aber nur mit den Männern hoch in den Norden zum Angelurlaub. Da will meine Frau nicht dabei sein, da sind die Männer allein im Wald“, sagt er lachend.

Fotos: Steve Bauerschmidt



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