„Krisen überstehen wir am besten gemeinsam!“



Am Dienstag, dem 3. Mai, um 19 Uhr, findet im Erinnerungsort Topf & Söhne eine Buchvorstellung mit Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt statt. Er präsentiert sein Buch „Der Kern des Holocaust. Belzec, Sobibór, Treblinka und die Aktion Reinhardt“.

Vor 80 Jahren, am 15. März 1942, begann die „Aktion Reinhardt“. Die deutschen Besatzer deportierten die Jüdinnen und Juden aus den Ghettos im besetzten Polen und töteten sie in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibór und Treblinka mit Gas. Bis November 1943 ermordeten die Nationalsozialisten in den Lagern der Aktion Reinhardt annähernd zwei Millionen Menschen, verbrannten ihre Leichen und vergruben die Asche. Weniger als 150 Menschen überlebten.

In Deutschland und weltweit steht Auschwitz symbolisch für die Ermordung der Jüdinnen und Juden durch das nationalsozialistische Deutschland. Die Aktion Reinhardt mit ihren Vernichtungslagern Belzec, Sobibór und Treblinka führt demgegenüber ein Schattendasein in der Erinnerungskultur. Dabei steht sie wie Auschwitz für den Kern des Holocaust: die industrielle Tötung von Menschen. Indem die Täter die Mordstätten abbauten und alle Zeugnisse verbrannten, wollten sie nicht nur die physische Existenz ihrer Opfer vernichten, sondern auch die Erinnerung an sie.

Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt, Professor für Holocaust-Studien und Jüdische Studien am Touro College Berlin und von 2010 bis 2016 Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Warschau, hat dazu die erste Gesamtdarstellung in deutscher Sprache mit dem Titel „Der Kern des Holocaust. Belzec, Sobibór, Treblinka und die Aktion Reinhardt“ verfasst. Mit diesem Buch rückt er die Toten von Belzec, Sobibór und Treblinka wieder ins Bewusstsein und erinnert damit eindrücklich an die Ermordung der polnischen Jüdinnen und Juden.

Die Buchvorstellung findet in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen statt. Eine Anmeldung per E-Mail an fsj.topfundsoehne@erfurt.de oder telefonisch unter 0361 655-1682 wird erbeten.

Bei einem Aufenthalt im Erinnerungsort Topf & Söhne ist der Mindestabstand einzuhalten und ein qualifizierter Atemschutz zu tragen.



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