Erfurt für Naschkatzen – lokale Backspezialitäten 

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In Erfurt wechselt nicht nur die berühmte Thüringer Rostbratwurst ihre Besitzer oder man probiert spannende Rezepte mit Puffbohnen aus. Naschkatzen schätzen die vielfältigen Schokoladen-Kreationen von der Krämerbrücke und sind Stammgäste in den Cafés und Bäckereien, welche mit süßen Kreationen aufwarten, die man sonst vergeblich sucht oder anders nennt. 

Am Martinstag wird in Thüringen die Martinsgans serviert. Diese schmeckt mit Rotkohl und Thüringer Klößen. Traditionell am 10. November werden in Erfurt Martinshörnchen verkauft. Die Tradition dieser süßen Blätterteigtaschen reicht in frühchristliche Zeit zurück. Die Legende des Heiligen Martin erzählt davon, dass dessen Pferd ein Hufeisen verlor. Es wird vermutet, dass auch Croissant und Kipferl auf diese Überlieferung zurückzuführen sind. Das Martinshörnchen besteht aus Plunderteig und wird mit Mohn, Vanille, Datteln oder Feigen gefüllt und mit einer Zuckerglasur versehen.

Wer zum Kaffee Süßes genießen möchte, greift in Erfurt häufig zu Schmandkuchen. Jede Bäckerei in der Stadt scheint ihr eigenes Rezept zu kennen. In der Bäckerei Helbing wird seit 1912 Eichsfelder Handwerkstradition gelebt. Neben fruchtig gefüllten Schmandkuchen bietet der Familienbetrieb Spezialitäten wie Feierabendbrot, Urbrot oder Nordlandbrot und Brötchen direkt aus dem Steinofen. 

Die Wiener Feinbäckerei Heberer im Thüringen Park setzt auf Schmandkuchen mit Fruchtstücken. Die handgefertigten Teige werden direkt im Geschäft in modernen Backöfen verarbeitet. 

In den Cafés der Stadt werden die Backspezialitäten der örtlichen Handwerksbetriebe frisch auf den Tisch gebracht. Süße Brezeln, Zupfkuchen oder Papageienkuchen finden sich auf den Speisekarten. Eine besondere Spezialität sind gefüllte Pfannkuchen, welche warm serviert werden. Auf warme Pfannkuchen muss auch in den Cafés der Stand nicht verzichtet werden. 

Häufig wird für die Zubereitung der Erfurter Backspezialitäten hier ein Kleinbackofen genutzt. Dieser kann in jedem Café untergebracht werden und bringt auf kleinstem Raum die Leistung vollwertiger Herde. Um Martinshörnchen aufzuwärmen oder Apfelstrudel warm auf den Tisch zu bringen, sind Kleinbacköfen mit Leistungen ab 600 Watt ausreichend. Die Flexibilität als Mikrowelle oder Pizzastein machen sich viele Betriebe zunutze und bieten Abwechslung auf den Speisekarten.

Zur Adventszeit lieben die Erfurter ihren Stollen. Dieser wird hier jedoch konsequent als Schittchen bezeichnet. Der erste Stollen der Geschichte stammt, nicht wie vielleicht vermutet aus Dresden, sondern wurde im Jahre 1329 im nahen Naumburg gebacken. Damit ist das Erfurter Schittchen älter als der Dresdner Christstollen. Die Thüringer Antwort auf das sächsische Weihnachtsgebäck war ein Weihnachtsgeschenk für Bischof Heinrich. In seinen Anfängen handelte es sich um ein trockenes Gebäck. Daraufhin wurde ein Bote an den Papst entsandt und der geschichtsträchtige „Butterbrief“ machte den Stollen schmackhafter.    

Seine Bezeichnung verdankt das Erfurter Weihnachtsgebäck der länglichen Einkerbung in der Mitte des Backwerks, welche man früher mit einem Holzscheit eindrückte. Dort sammelt sich nach dem Backen die zerlassene Butter.