Inklusion in der Thüringer Kinder- und Jugendhilfe

Die vergangenen zwei Tage fand an der Fachhochschule Erfurt der 2. Thüringer Fachkräftekongress „Hilfen zur Erziehung“ statt. Organisiert wurde er von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule Erfurt, der Landesarbeitsgemeinschaft Hilfen zur Erziehung in Thüringen und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Die Veranstaltung unter dem Motto „Auf dem Weg in eine inklusive Zukunft!?“ richtete sich an alle Fachkräfte, Institutionen und Organisationen, die im Bereich der Hilfen zur Erziehung tätig sind, und an Studierende der Sozialen Arbeit sowie der Kindheitspädagogik.

Am Dienstagmorgen sprachen die Staatssekretärin des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, Gabi Ohler, der Dekan der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften, Professor Dr. Friso Ross, sowie der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Hilfen zur Erziehung, Stephan Hehemann, die Grußworte und hießen die 246 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachkräftekongresses willkommen.

Ausgehend von dem Auftrag aus der UN-Behindertenrechtskonvention, Kindern und Jugendlichen eine Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen, beschäftigte sich der Fachkongress mit den Herausforderungen und Perspektiven für Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung in den kommenden Jahren.

Für die drei Fachvorträge konnten bundesweit bekannte Spezialisten gewonnen werden: Professor Dr. Reinhard Wiesner, Dr. Bettina Leonhard und Professor Dr. Jörg Fegert. Darüber hinaus gab es insgesamt 52 verschiedene Workshops. Es wurden Themen behandelt, welche die derzeitigen oder beginnenden Veränderungsprozesse skizzierten. Hierzu zählten sowohl die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen wie auch die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule oder etwa die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in den Hilfen zur Erziehung. Darüber hinaus berichteten Praxisprojekte von ihren Erfahrungen mit individuellen Konzepten von tiergestützter Pädagogik über gewaltfreie Kommunikation bis hin zu Biografiearbeit.

Weiterhin gab es eine Fachmesse auf der 22 Einrichtungen und Organisationen ihre konzeptionellen Ideen und Praxisprojekte vorstellten und mit potentiellen Arbeitgebern Kontakt aufgenommen werden konnte. Der Fachkräftekongress endete mit einem Austausch verschiedener Parteien zu den anstehenden fachpolitischen Herausforderungen während einer Podiumsdiskussion.