Jonas Nolte (sitzend) mit Malteser Geschäftsführer Martin Webers (links) und dem Erfurter Stadtbeauftragten Philipp Genter (rechts) im Diözesan-Jugendbüro, seinem Arbeitsplatz bis zum 31. August.

Erfurt. Während sich junge Menschen nach ihrem Abschluss nun Gedanken um ihre Zukunft machen oder einfach nur ausspannen, laufen in den Dienststellen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr anbieten, die Vorbereitungen für den „Jahrgangswechsel“ mit der Suche nach geeigneten Freiwilligen und deren Kennenlernen auf Hochtouren.

 

Bei den Maltesern in Erfurt sucht beispielsweise Jonas Nolte, der „FSJler“ im diözesanen Jugendbüro der Malteser einen Nachfolger. „Ich gehe mit sehr gemischten Gefühlen“, sagt Nolte, „es war ein tolles Jahr, vor allem die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat mir riesig Spaß gemacht, aber jetzt freue ich mich auf mein Studium in Nordhausen.“ Nolte ist einer von vier FSJ-lern, die sich in der Malteser Geschäftsstelle Erfurt einbringen. „Unsere Freiwilligen in Ausbildung und Jugend bringen Farbe und Leben in unsere Wände“, freut sich Geschäftsführer Martin Webers über die jungen Leute, „es ist einfach schön, die Begeisterung zu spüren, mit der unsere Freiwilligen Erste Hilfe Kurse und Gruppenstunden geben, sich und ihre Persönlichkeit in unsere Arbeit einbringen. Wenn ich Herrn Nolte mit seiner Kindergruppe auf dem Gelände und im Haus sehe, freue ich mich sehr. Es ist schön, wie wertschätzend und zugleich bestimmt er mit den Kindern umgeht und mit ihnen arbeitet.“

 

Nolte selbst sagt, dass die Arbeit in Gruppenstunden für Kinder aus bildungsfernen Schichten für ihn anfangs eine große Herausforderung war. „Aber ich habe mit der Zeit sehr viel Ruhe im Umgang bekommen und einen Blick entwickelt, wo die Probleme liegen.“ Neben dem Umgang mit Kindern und Jugendlichen schätzt er an seiner Arbeit vor allem den Themenblock des Organisierens von Projekten und Jugendfahrten, von der Planung der Ausschreibung bis hin zur Abrechnung der Fahrtkosten mit der Buchhaltung: „Es macht Spaß zu sehen, wenn Pläne Wirklichkeit werden.“ Er selbst habe sich für das Freiwillige Soziale Jahr entschieden, weil er sich Klarheit über seine berufliche Zukunft erhofft hatte. Jonas Nolte hat seinen Berufswunsch nach einem Jahr in der Jugendarbeit verändert. Anstatt dem Studium der sozialen Arbeit wird er sich nun im Studiengang Sozialmanagement eher den Zahlen zuwenden.

Zwei Eigenschaften, so Nolte, seien für seinen Nachfolger besonders wichtig: „Aufgeschlossenheit und Kreativität für Jugendliche und ein gewisses Organsationstalent. Wenn man selbst schon einmal mit Gruppenstunden in Kontakt gekommen ist, beispielsweise als Gruppenkind, ist die Eingewöhnung einfacher.“ Mit den Aufgaben wachse auch die Durchsetzungsfähigkeit.

 

Die Erfurter Malteser-Dienststelle als Einsatzstelle der Caritas begleitet die Freiwilligen im Sozialen Jahr sehr eng. Geschäftsführer Martin Webers betont: „Oft hören wir, dass sich die Jugend nicht engagiert und nur um sich selbst kreist. Ich kann das einfach nicht bestätigen. Wir erleben jeden Tag, wie sich die jungen Menschen bei uns einbringen. Das stimmt mich optimistisch. Viele unserer Freiwilligen halten auch nach dem Jahr Kontakt mit uns.“ So sei ein ehemaliger Freiwilliger in der Ausbildung nun Kandidat für den Vorstand der Malteser in der Diözese Erfurt.

 

Jonas Nolte selbst wird den Maltesern auch nicht verloren gehen. Er wird zurück ins Eichsfeld ziehen, wo seine Wurzeln sind. Dort möchte er helfen, die Malteser-Jugendgruppe wiederzubeleben, in der er selbst einmal Gruppenkind war.

 

Bewerbungen für ein Freiwilliges Soziales Jahr in den Bereichen Jugend oder Erste Hilfe Ausbildung bei den Maltesern nimmt die Assistentin der Geschäftsleitung Frau Dorrit Ranacher per Post an Malteser Hilfsdienst e. V., Dorrit Ranacher, August-Schleicher-Straße 2, 99089 Erfurt, oder via Email an Dorrit.Ranacher@malteser.org entgegen.