„Tanz im ewigen Jetzt“

Meister-Eckhart-Tage, Tanz im ewigen Jetzt

Zum dritten Mal finden vom 26. bis zum 29. Juni die Erfurter Meister-Eckhart-Tage statt. Auch die Universität Erfurt beteiligt sich mit verschiedenen Formaten am Programm. Eines davon trägt den Titel „Tanz im ewigen Jetzt“. „WortMelder“ hat mit Maximilian Gutberlet, Projektmitarbeiter an der Staatswissenschaftlichen Fakultät und Organisator des Projekts, darüber gesprochen, was sich genau dahinter verbirgt…

Was erwartet die Zuschauer bei dem „Tanz im ewigen Jetzt“?
Die Zuschauer erwartet ein spannendes Gesamtkunstwerk aus Musik, modernen Tanztheater vom Erfurter Tanztheater-Verein und Lichtprojektionen in der stimmungsvollen Ruine des Barfüßerklosters im Herzen Erfurts. Der Tanz ist inspiriert von Gedanken Meister Eckharts, und in die Projektionen fließen unter anderem Scans von mittelalterlichen Handschriften seiner Texte ein, die die Universitätsbibliothek in ihrer Sammlung „Amploniana“ aufbewahrt.

Alte Schriften aus der Sammlung „Amploniana“ – wie passt das mit Tanz zusammen?
Überraschend gut! Der Brückenschlag zwischen den ca. 700 Jahre alten philosophisch-theologischen Überlegungen Eckharts und zeitgenössischen Bewegungsformen macht den besonderen Reiz des Stückes aus, und die alten Handschriften tragen eine ganz eigene Ästhetik und einen eigenen Charakter bei.

Wie kam es zu der Idee?
Die Grundidee kam mir schon während der Vorbereitungen auf frühere Erfurter Meister-Eckhart-Tage, aber damals hätte es den Rahmen des ohnehin schon prall gefüllten Programms gesprengt. Sie ist einfach vom Himmel gefallen! Manchmal kommt einfach eine Eingebung, und ich bin sehr glücklich, dass sie jetzt Wirklichkeit wird – dank der Mitarbeit zahlreicher Beteiligter und Unterstützer.

Inwiefern ist die Universität Erfurt darüber hinaus bei den Meister-Eckhart-Tagen beteiligt?
Die Eckhart-Forschungsstelle des Max-Weber-Kollegs beteiligt sich seit Jahren intensiv an dem Initiativkreis, der neben anderen Aktivitäten die Eckhart-Tage mitorganisiert, und ich bin froh, dass ich mich mit Fragen zu Eckharts Lehre und seiner Zeit immer wieder an die Forscher wenden kann. Der konkrete Beitrag zum Programm dieses Jahr besteht in einem Workshop zu „Geschichten und Legenden um Meister Eckhart“ unter der Leitung von Prof. Dr. Dietmar Mieth, der sich auch und vor allem an Laien richtet. Und keinesfalls zu vergessen: Prof. Dr. Hartmut Rosa hält die Eröffnungspredigt im ökumenischen Auftaktgottesdienst. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Sie wirken jetzt schon seit 2015 an der Organisation der Meister-Eckhart-Tage mit. Was macht Ihnen dabei am meisten Spaß?
Etwas Einzelnes herauszugreifen, fiele mir schwer. Gerade die Möglichkeit, immer wieder etwas Neues auszuprobieren, gibt mir sehr viel. Hier kann ich Ideen angehen, die ich sonst nicht realisieren könnte, und auch testen, wie weit man die auf den ersten Blick vielleicht etwas „verstaubten“ Texte in unsere Zeit holen kann (übrigens sehr weit, wie sich herausstellt!). Dabei bin ich wirklich dankbar für die Wertschätzung und den Vertrauensvorschuss des restlichen Initiativkreises diesen Experimenten und mir als Jüngstem in der Runde gegenüber.

Weitere Informationen
Programm der Meister-Eckhart-Tage
Zum Ticketverkauf „Tanz im ewigen Jetzt“

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Quelle: https://aktuell.uni-erfurt.de/2019/06/12/tanz-im-ewigen-jetzt/

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