Derbyzeit


Am Samstag ist es wieder so weit. Um 19 Uhr steigt in der Suhler Wolfsgrube das erste Thüringenderby der Saison 2019/20 zwischen dem VfB Suhl LOTTO Thüringen und Schwarz-Weiß Erfurt. Eine Partie, die nicht nur aus dem Derbycharakter seine Brisanz zieht.

Das liebgewordene Aufeinandertreffen der beiden Thüringer Vertreter in der höchsten Spielklasse, ist von jeher ein besonderer Termin für beide Vereine. Lautstark und emotional geht es auf den Rängen zu. Das wird auch am Samstagabend so sein, wenn der Anpfiff vor den erwarteten 1200 Zuschauern ertönt. Darunter werden auch etwa 100 Erfurter Anhänger sein, die ihre Mannschaft unterstützen wollen und auf den zweiten Saisonsieg hoffen. Nach dem überraschenden 3:2-Erfolg am letzten Wochenende gegen Aachen, könnten die Erfurterinnen die Gastgeber mit einem erneuten Sieg in der Tabelle weiter distanzieren. Im letzten Jahr gelang ihnen das mit einem 3:0, das damals etwas überraschend kam. Die Suhlerinnen konnten sich beim Rückspiel mit einem 3:1 aber revanchieren.

Von Ergebnissen aus dem Vorjahr und auch vom Überraschungssieg der vergangenen Woche will Erfurts Trainer Florian Völker aber gar nichts wissen. „Wir machen uns keinen Kopf, was war oder ob das Aachen-Spiel Aussagekraft für das Spiel in Suhl hat. Wir haben einen Matchplan ausgearbeitet und den gilt es umzusetzen. Wir müssen genauso aggressiv und mutig spielen wie letzte Woche und unsere Aufgaben erledigen. Dann werden wir sehen, wozu das reicht“, erteilt er aller im Umfeld eventuell aufkommenden Euphorie eine kleine Abfuhr. Auch von seiner Prognose vor Saisonbeginn, dass Suhl ein absoluter Play-off-Kandidat sei, rückt Erfurts Trainer nicht ab. „Suhl hat für mich nach wie vor die individuelle Qualität, um einen Play-off-Startplatz zu spielen. Hester Jasper ist richtig gut mit ihren jungen Jahren, Claudia Steger ist routiniert und Tereza Patockova kann an einem guten Tag Bälle reihenweise verwandeln.“ Warum die Südthüringerinnen kurz vor dem Ende der Hinrunde nur mit einem mageren Pünktchen das Tabellenende zieren, mag er nicht beurteilen.

Während Suhl ohne die tschechische Zuspielerin Katerina Valkova auskommen muss, die im Wiesbaden-Spiel einen Kreuzbandriss erlitt, fehlt auf Erfurter Seite Paula Reinisch. Das Eigengewächs brach sich im Spiel gegen Aachen den Unterarm und fällt bis Mitte Februar aus. Am Dienstag wurde sie operiert und durfte am Donnerstag das Krankenhaus wieder verlassen. Sie wird zumindest als moralische Unterstützung bei ihrer Mannschaft sein. Neben dem im Aachen-Spiel bestens aufgelegten Annahme/Außen-Paar Briseboir/Pickrell, wird Elena Kömmling als Option auf dieser Position parat stehen, da sich Zweitligist VV Grimma bereits in die Winterpause verabschiedet hat.

Im Schlagabtausch zwischen dem Letzten und Vorletzten darf man sich als Zuschauer auf ein kampfbetontes Spiel – möglicherweise mit Überlänge – einstellen. Ob es technisch sehenswert wird, spielt eine untergeordnete Rolle. Letztendlich geht es für beide Kontrahenten um wichtige Punkte, um den Anschluss an die vor ihnen platzierten Teams zu halten. (StS, Fotos: Sebastian Schmidt)

Der Beitrag Derbyzeit erschien zuerst auf Schwarz-Weiß-Erfurt.



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